Battle Royale: der Film, von dem Tarantino sagte, er hätte ihn gern gedreht

Battle Royale ist das deutlichste Beispiel auf die Frage, welchen Film eines anderen Regisseurs Tarantino gern gemacht hätte. Die Aussage bezieht sich auf seine Einschätzung des Werks von Kinji Fukasaku und muss von den Projekten unterschieden werden, an denen er tatsächlich hätte mitwirken können.

Die Aussage von Sky Movies aus dem Jahr 2009

Bei der Vorstellung seiner Lieblingsfilme aus dem Zeitraum 1992–2009 für Sky Movies bezeichnete Tarantino Battle Royale als das Werk, das er gern gemacht hätte – unter den Filmen, die seit Beginn seiner Regiekarriere erschienen waren. Die Aussage wurde später von Medien wie Flicks wiedergegeben. Auch in seiner schriftlichen Liste aus jenem August, die von L.A. Weekly veröffentlicht wurde, stand der Film auf Platz eins.

Der Zusammenhang der Aussage ist wichtig. Tarantino sagte nicht, dass er die Verfilmung entwickelt, ein Angebot erhalten oder mit Fukasaku um die Regie konkurriert hätte. Er brachte seine Bewunderung für einen fertigen Film zum Ausdruck. Diesen rückblickend geäußerten Wunsch mit einem tatsächlichen Projekt zu verwechseln, würde eine nicht existente Produktionsgeschichte erzeugen.

Battle Royale, 2000 in Japan uraufgeführt, erzählt von einer erzwungenen Überlebenssituation unter Schülerinnen und Schülern. Die Grundidee lässt sich schnell zusammenfassen, doch ihre Folgen entfalten sich anhand persönlicher Beziehungen: Freundschaften, Ängste, Rivalitäten und Entscheidungen, die beeinflussen, ob man jemandem vertrauen kann.

Was es bedeutet, einen Film gern selbst gedreht zu haben

Einen Film zu bewundern, kann für einen Filmemacher bedeuten, eine Kombination von Elementen zu erkennen, die er gern selbst gefunden hätte. Die Kraft einer Grundidee, der Umgang mit dem Ton oder die Fähigkeit, das Publikum einzubeziehen, können eine solche Reaktion auslösen. Dafür muss man die Aussage nicht als Anspruch auf die Ideen eines anderen Regisseurs verstehen.

Battle Royale verbindet auf besonders wirkungsvolle Weise das Actionspektakel mit dem emotionalen Gewicht seiner Figuren. Das Publikum kann die Regeln verstehen und zugleich das System ablehnen, das sie durchsetzt. Weil die Ausgangslage klar ist, kann man sich darauf konzentrieren, wie die einzelnen Figuren auf eine Situation reagieren, die sie sich nicht ausgesucht haben.

Als kritische Einordnung hilft diese Mischung, Tarantinos Begeisterung zu verstehen. Sie ersetzt seine Worte nicht durch eine abschließende psychologische Deutung. Die Aussage von 2009 führt nicht alle möglichen Gründe aus, und die Gemeinsamkeiten zwischen zwei Filmemachern lassen sich untersuchen, ohne jede davon als ausdrücklich geäußerte Absicht darzustellen.

Die Aussage schmälert auch nicht Fukasakus Verdienst, indem sie ihn auf die Handlung reduziert. Aus derselben Grundidee können ganz unterschiedliche Filme entstehen – je nachdem, worauf der Fokus liegt, wie schnell die Szenen erzählt werden und wie das Leid gezeigt wird. Sich zu wünschen, man hätte den Film selbst gemacht, bedeutet, ein Ergebnis zu bewundern, das bereits eine konkrete Form und Urheberschaft hat.

Warum die Liste nicht ohne Belege erweitert werden sollte

Andere Titel tauchen häufig in Verbindung mit Tarantinos Vorlieben auf. Einen Thriller für hervorragend zu halten oder ein Abenteuer als Referenz zu nennen, reicht nicht aus, um zu behaupten, er hätte den Film gern selbst gedreht. Das sind unterschiedliche Aussagen: Die eine bringt Gefallen zum Ausdruck, eine andere benennt einen Einfluss, und eine dritte stellt sich vor, an die Stelle des Urhebers zu treten.

Auch öffentlich besprochene Projekte, Angebote, die er in Betracht gezogen hat, und Hommagen, die er in seine Filme eingebaut hat, müssen voneinander getrennt werden. Ein Gespräch über einen möglichen Spielfilm gehört zu seiner beruflichen Laufbahn. Die Aussage über Battle Royale gehört zu seiner Erfahrung als Zuschauer und zu seiner Bewunderung für das Werk eines anderen.

Die belegten Quellen liefern mit Battle Royale eine konkrete und ausreichende Antwort. Weitere Filme hinzuzufügen, nur um eine längere Liste zu erstellen, würde genau das Besondere an dieser Aussage verwässern: Tarantino sah in Fukasakus Film ein Werk, das er zu diesem Zeitpunkt seiner Karriere gern als sein eigenes hätte betrachten können.

Sieh dir die Auswahl an Filmen an, die Tarantino empfiehlt.