Django Unchained verband einen großen kommerziellen Erfolg mit fünf Oscar-Nominierungen. Die Bilanz unterscheidet zwischen tatsächlich gewonnenen Preisen, Nominierungen und dem, was die Einspielergebnisse messen.
Zwei Preise bei der Verleihung 2013
Django Unchained gewann bei der Verleihung am 24. Februar 2013 zwei Oscars: für das beste Originaldrehbuch von Quentin Tarantino und als bester Nebendarsteller für Christoph Waltz. Der Film war für fünf Oscars nominiert. Die drei weiteren Nominierungen entfielen auf den besten Film, die beste Kamera und den besten Tonschnitt. Anhand dieser Aufstellung lässt sich zwischen der Anerkennung des Gesamtwerks und den Auszeichnungen für bestimmte Leistungen unterscheiden.
Für den besten Film wurden die Produzenten Stacey Sher, Reginald Hudlin und Pilar Savone nominiert. Robert Richardson erhielt eine Nominierung für die beste Kamera und Wylie Stateman für den besten Tonschnitt. Tarantino war für diesen Film nicht als bester Regisseur nominiert, ebenso wenig Jamie Foxx oder Leonardo DiCaprio für ihre schauspielerischen Leistungen. Die Bekanntheit ihrer Rollen darf nicht mit der offiziellen Liste jener Verleihung verwechselt werden.
Das Jahr kann für etwas Verwirrung sorgen: Django ist ein Film aus dem Jahr 2012, seine Oscars stammen jedoch von der Verleihung 2013, bei der Filme aus dem Vorjahr ausgezeichnet wurden. Der Unterschied bedeutet nicht, dass es zwei ausgezeichnete Fassungen oder zwei verschiedene Preisverleihungsjahrgänge gibt. Es ist die übliche Art, ein Werk und die spätere Veranstaltung, bei der es ausgezeichnet wird, zeitlich einzuordnen.
Mit dem Preis für Waltz wurde seine Darstellung von King Schultz in der Kategorie Bester Nebendarsteller ausgezeichnet. Diese Einordnung misst weder für sich genommen die genaue Bildschirmzeit noch legt sie fest, welche Figur den einzelnen Zuschauern am stärksten in Erinnerung bleibt. Schultz nimmt als Mentor und Antrieb zahlreicher Szenen eine zentrale Rolle ein, während Djangos Wunsch den übergreifenden Handlungsbogen bestimmt. Die Kategorie gehört zum Vergabe- und Abstimmungssystem der Preise.
Was Drehbuch und Schauspiel auszeichnet
Das Drehbuch gestaltet eine Rettungsmission als Abenteuer, indem es die Beziehungen zwischen den Figuren verändert. Django beginnt als Gefangener, wird zum Verbündeten und lernt, Rollen zu spielen, die ihm den Zugang zu feindseligen Umgebungen ermöglichen. Die Ankunft in Candyland macht aus diesem Lernprozess eine langwierige Bewährungsprobe. Das Drehbuch muss das Ziel verständlich halten und zugleich Informationen, Täuschungen und Entscheidungen einflechten, die den Handlungsspielraum der Hauptfiguren verändern.
Die Auszeichnung für das beste Originaldrehbuch bedeutet nicht, dass der Film ohne Einflüsse entstanden ist. Der Western, Rachegeschichten und andere Filmtraditionen gehören ganz offensichtlich zu seinem Repertoire. Die Kategorie unterscheidet das Drehbuch von einer als Adaption eines bereits bestehenden Werks ausgewiesenen Vorlage; sie verlangt nicht, dass jedes erzählerische Mittel erstmals erfunden wurde. Diese Nuance ist besonders hilfreich bei einem filmischen Werk, das auf Verweise und Variationen aufbaut.
Waltz macht das Sprechen zu einer Form des Handelns. Schultz erklärt, verhandelt, überredet und verschleiert seine Absichten mit höflicher Beherrschung. Seine sprachliche Präzision erlaubt es ihm, Situationen zu beherrschen, in denen andere Figuren auf Gewalt oder gesellschaftliche Stellung setzen. Der Film kann bei einem Gespräch verweilen, weil Worte die materiellen Verhältnisse verändern: Wer hinein- oder hinausgeht, wer ein Dokument besitzt und wer sich dadurch angreifbar macht.
Schultzs Ende setzt dieser Kontrolle einen Bruch entgegen. Als er sich weigert, Candie die Hand zu schütteln, zerstört eine persönliche Entscheidung den Plan, auf dem alles beruhte. So bleibt die Figur von einer Spannung zwischen Berechnung und moralischem Abscheu geprägt. Der Preis erzwingt keine eindeutige Deutung dieses Widerspruchs, hilft aber dabei, die Art der schauspielerischen Leistung einzuordnen, die der Film in den Vordergrund rückt.
Weltweite Einspielergebnisse von mehr als 425 Millionen US-Dollar
Box Office Mojo weist für den ursprünglichen Kinostart weltweite Einspielergebnisse von 425.368.238 US-Dollar aus: 162.805.434 US-Dollar auf dem nordamerikanischen Heimatmarkt und 262.562.804 US-Dollar auf den internationalen Märkten. Damit lässt sich sagen, dass der Film an den Kinokassen mehr als 425 Millionen US-Dollar einspielte. Der größte Teil der Summe entfiel auf Märkte außerhalb der Vereinigten Staaten und Kanadas – ein bemerkenswerter Umstand bei einer Geschichte, die so eng mit der US-amerikanischen Geschichte verbunden ist.
Die Einspielergebnisse messen die Einnahmen aus dem Ticketverkauf und entsprechen nicht dem endgültigen Gewinn des Studios. Das wirtschaftliche Ergebnis hängt unter anderem von Vertrieb, Vorführung, Werbung, vertraglichen Vereinbarungen und weiteren Verwertungsfenstern ab. Ohne Kenntnis der Ticketpreise und Verkaufsbedingungen in den einzelnen Märkten lassen sich die Einnahmen auch nicht unmittelbar in eine Zahl von Kinobesuchern umrechnen. Die Gesamtsumme ist ein nützliches Maß für die kommerzielle Reichweite, hat jedoch klare Grenzen.
Die institutionelle und die kommerzielle Resonanz beantworten unterschiedliche Fragen. Die Nominierungen zeigen, welche Leistungen von der Academy gewürdigt wurden; die Einspielergebnisse erfassen die Einnahmen aus dem Kinostart. Beides kann zusammenkommen, ohne vollständig zu erklären, warum jemand den Film gesehen hat oder mit welchen Gedanken die Person das Kino verließ. Die Mischung aus Stars, Genre, Kontroverse und Autorenhandschrift lässt sich umfassender analysieren als anhand einer einzelnen Zahl.
Im Verlauf von Tarantinos Oscar-Karrieresteht Django für eine Auszeichnung des Drehbuchs, ergänzt durch einen Schauspielpreis. Die Bilanz lässt sich ohne Übertreibung zusammenfassen: fünf Nominierungen, zwei Siege und weltweit mehr als 425 Millionen US-Dollar Einspielergebnis beim ursprünglichen Kinostart. Diese Zahlen vermitteln einen Eindruck von der Größenordnung des Erfolgs und lassen Raum für die kritische Auseinandersetzung mit einem Film, dessen Erfolg die Debatten über Gewalt, Darstellung und Geschichte nicht beendet.
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