The Wrecking Crew zeigt Sharon Tate in einer körperlichen Komödie. Ihre Zusammenarbeit mit Bruce Lee gehört zur tatsächlichen Produktion und muss von den erfundenen Episoden in Tarantinos Film unterschieden werden.
Freya Carlson in einem Abenteuer mit Matt Helm
The Wrecking Crew ist ein Film von Phil Karlson mit Dean Martin als Matt Helm und Sharon Tate in der Rolle der Freya Carlson. Das American Film Institute führt den Film mit dem Jahr 1969 und datiert seine Premiere in New York auf den 5. Februar. Andere Quellen nennen 1968; für die Einordnung in Once Upon a Time... in Hollywood sind die Präsenz des Films im Kinoprogramm von 1969 und die darin festgehaltene tatsächliche Arbeit Tates entscheidend.
Freya gerät in ein Spionageabenteuer, in dem die Effizienz des Protagonisten mit Humor und Übertreibung einhergeht. Ihre scheinbare Ungeschicklichkeit sorgt für Unterbrechungen und Probleme, ermöglicht ihr aber auch, ins Geschehen einzugreifen. Bei der Darstellung kommt es darauf an, den Kontrast zwischen dem, was die Figur zu tun beabsichtigt, und dem sichtbaren Ergebnis auszuspielen. Der komische Effekt hängt vom richtigen Zeitpunkt der Geste, der Reaktion und dem Zusammenspiel mit den anderen Darstellern ab.
Diese Art der Darstellung lässt Tate als Schauspielerin wahrnehmen, jenseits des öffentlichen Bildes, das später im Zusammenhang mit ihrem Tod entstand. Komödie erfordert aktive Beteiligung: zuhören, sich bewegen, reagieren und einer körperlichen Schwierigkeit eine verständliche Form geben. Die Schauspielerin schmückt nicht einfach eine Spionagekulisse aus. Mit ihrem Verhalten, das die Szene verändert, trägt ihre Figur zu deren Rhythmus bei.
Auch der leichte Ton macht die nötige Arbeit nicht überflüssig. Eine Handlung, die ungeordnet wirken soll, muss zu den Bewegungen der anderen Darsteller und zum Bildausschnitt passen. Gespielte Ungeschicklichkeit kann Kontrolle erfordern. Dieser Unterschied zwischen äußerer Wirkung und Ausführung ist besonders hilfreich, um eine komische Darbietung zu würdigen, ohne das Verhalten der Figur mit den Fähigkeiten der Schauspielerin zu verwechseln.
Was sich über Bruce Lees Arbeit sagen lässt
In den vom AFI aufgeführten Credits wird Bruce Lee als Karateberater genannt. Dieser Eintrag bietet eine klare dokumentarische Grundlage für seine Mitwirkung an der Produktion. Er bedeutet weder, dass ihm die gesamte Regie des Films zuzuschreiben wäre, noch lässt sich daraus ableiten, dass er jede darin gezeigte körperliche Bewegung choreografiert hätte. Seine Funktion sollte so präzise benannt werden, wie es der Credit erlaubt.
Tates und Nancy Kwans Training mit Lee ist durch Aufnahmen der Arbeit sowie durch Aussagen dokumentiert, die der Biograf Matthew Polly gesammelt hat und die TheWrap zitiert. Diese Zusammenarbeit erklärt die Verbindung, an die Once Upon a Time... in Hollywood kurz erinnert. Um anzuerkennen, dass es eine berufliche Zusammenarbeit gab, muss man keine Trainingszeiten, Kampfsportniveaus oder unbestätigten privaten Anekdoten hinzufügen.
Für eine Szene zu trainieren bedeutet, eine Handlung vorzubereiten, die aus bestimmten Blickwinkeln zu sehen sein soll. Zum filmischen Ziel können Abstand, Reaktion und die Klarheit der Bewegung gehören – ebenso wie der Eindruck von Körperkontakt. Deshalb sollte man eine Schauspielerin nicht so beurteilen, als wäre der Ausschnitt eine sportliche Vorführung. Die Szene dient den Anforderungen der Darstellung und der Inszenierung vor der Kamera.
Auch die verschiedenen Personen, die in den beiden Filmen dargestellt werden, müssen auseinandergehalten werden. Die reale Sharon arbeitete bei The Wrecking Crew mit Lee zusammen; die Figur der Sharon Tate in Tarantinos Werk ist Teil einer späteren Dramatisierung. Die historische Zusammenarbeit macht nicht alle Begegnungen, die Tarantino sich rund um Lee ausdenkt, zu tatsächlichen Ereignissen.
Die Komödie lässt eine professionelle Präsenz wieder sichtbar werden
Freya verbindet körperliche Verletzlichkeit mit Reaktionsfähigkeit. Die Komik entsteht, wenn eine Erwartung von Eleganz oder Kontrolle durchkreuzt wird, die Figur aber weitermacht. Dadurch ist ihre Ungeschicklichkeit nicht bloß ein Makel, den andere beobachten. Sie wirkt sich auf den Verlauf des Abenteuers aus und sorgt für eine dynamische Beziehung zum Protagonisten.
Der Film gehört zu einer Form der Spionageunterhaltung, die mit Verführung, Verkleidungen und übertriebenen Situationen arbeitet. Wer die Darstellung in diesem Ton verortet, vermeidet es, sie an einem Realismus zu messen, den sie gar nicht anstrebt. Eine ausladende Reaktion kann zur Form der Komödie passen. Entscheidend ist, wie sie sich in die Szene einfügt und welche Wirkung sie im Zusammenspiel mit den anderen Darstellungen entfaltet.
Indem Once Upon a Time... in Hollywood diese Arbeit wieder aufgreift, zeigt der Film bei Tate eine Kontinuität zwischen Vorbereitung und Aufführung. Da ist eine Schauspielerin, die eine Handlung einübt, und ein Film, in dem diese Handlung das Publikum erreicht. Die Szene, in der Sharon The Wrecking Crew siehtführt die emotionale Reaktion auf diese Begegnung aus; hier geht es darum, die vorausgehende Arbeit anzuerkennen, die das ermöglicht, was die Zuschauer feiern.
Lees Präsenz erweitert zudem das berufliche Netzwerk Hollywoods jener Zeit. Menschen, an die man sich aus sehr unterschiedlichen Laufbahnen erinnert, kamen in einer konkreten Produktion zusammen und brachten verschiedene Fähigkeiten ein. Diese Begegnung ist für sich genommen von historischem Interesse. Sie muss weder zu einer Geschichte über eine außergewöhnliche persönliche Nähe noch zu einer umfassenden Erklärung der Karriere eines der Beteiligten gemacht werden.
Tate als Freya zu sehen, bewahrt ein bewegtes Bild: eine Schauspielerin, die eine Reaktion abwägt, das komische Ungleichgewicht zulässt und an einer Actionszene mitwirkt. Lees Credit und die Dokumentation des Trainings liefern zusätzlichen Kontext zu dieser Arbeit. Zusammen lenken sie den Blick weg vom unbewegten Bild der Berühmtheit und hin zu einer Zusammenarbeit beim Film, aus der Gesten, Humor und eine bis heute auf der Leinwand sichtbare Figur hervorgingen.
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