Vincent Vegas Auto: Chevrolet Chevelle Malibu von 1964

Das rote Auto, das Vincent Vega während seines Abends mit Mia Wallace fährt, ist ein Chevrolet Chevelle Malibu Cabriolet von 1964. Es gehört zu seinem Leben abseits des Auftrags, den er gemeinsam mit Jules erledigt: Er nutzt es für eigene Fahrten und um Marsellus’ Frau abzuholen. Seine offene Karosserie und die rote Farbe machen es in den nächtlichen Szenen leicht erkennbar und verhindern, dass es mit dem Dienstwagen des Killerduos verwechselt wird.

Das Fahrzeug hatte auch außerhalb von Pulp Fiction eine Geschichte. Es gehörte Quentin Tarantino, verschwand nach einem Diebstahl und wurde 2013 in Kalifornien wiedergefunden. Die Wiederbeschaffung sorgte für mehrere Nachrichtenberichte, die beim Zeitpunkt des Diebstahls nicht ganz übereinstimmen. Bei der Rekonstruktion seines Weges sollte diese Abweichung berücksichtigt werden: Die Behauptung, es sei während der Dreharbeiten gestohlen worden, fasst Ereignisse zusammen, die sich anhand der konsultierten Quellen nicht so genau datieren lassen. Sein Auftritt im Film und der spätere Kriminalfall lassen sich schildern, ohne eine oft wiederholte Anekdote als gesicherte Tatsache darzustellen.

Bei der üblichen Bezeichnung erfüllen drei Namen unterschiedliche Funktionen: Chevrolet ist die Marke, Chevelle bezeichnet die Modellfamilie und Malibu eine ihrer Baureihen. Das Auto im Film ist ein Cabriolet. Das Jahr 1964 bezeichnet das Modelljahr des Fahrzeugs; es bedeutet nicht, dass Pulp Fiction in diesem Jahrzehnt spielt.

Welches Auto Vincent fährt und wie es im Film zu sehen ist

Die Chevrolet-Verkaufsbroschüre für die Chevelle-Modellreihe von 1964, die in einer Reproduktion im Over-Drive Magazine erhalten ist, unterscheidet zwischen den Bezeichnungen Chevelle 300, Malibu und Malibu SS. Diese Einordnung erklärt, warum unterschiedliche Quellen für das Auto eine kürzere oder eine ausführlichere Bezeichnung verwenden. Es Malibu zu nennen bedeutet nicht, es als ein Auto außerhalb der Chevelle-Familie zu betrachten.

Die äußere Identifizierung reicht auch nicht aus, um dem im Film verwendeten Exemplar einen beliebigen Motor oder ein Leistungspaket aus dem Katalog zuzuordnen. Eine Modellreihe kann unterschiedliche Konfigurationen umfassen. In diesem Fall ist das rote Cabriolet von 1964 das entscheidende Merkmal, an dem es im Film zu erkennen ist. Eine Leistungsangabe erfordert Belege zum konkreten Fahrzeug und lässt sich nicht daraus ableiten, dass ein anderer Chevelle desselben Jahres diese Leistung hatte.

Das Auto begleitet die Vorstellung von Vincent Vegaabseits seiner Arbeit mit Jules. Am Steuer wirkt er wie jemand, der einen Gegenstand besitzt, an dem ihm etwas liegt, und ihn aus freien Stücken nutzt. Die offene Karosserie gibt ihn während der Fahrten dem Blick preis; das Auto gehört dazu, wie er bei Mia zu Hause ankommt und sich ihr präsentiert.

Der Vergleich mit anderen Autos aus Tarantinos Filmweltmacht die unterschiedliche Funktion der Fahrzeuge in diesem Film deutlich. Der Nova, den Jules und Vincent nutzen, transportiert die Männer während ihres Auftrags und ist später mit dem Unfall mit Marvin verbunden. Der Malibu gehört zu dem Abend mit Mia. Wer beide Autos auseinanderhält, schreibt dem Cabriolet nicht die Ereignisse zu, die sich im anderen Chevrolet abspielen.

Der Diebstahl und die dokumentierte Wiederbeschaffung im Jahr 2013

Ein Bericht von Associated Press, den Claims Journal am 29. April 2013 veröffentlichte, identifizierte das wiedergefundene Auto als Tarantinos Chevelle Malibu von 1964. Darin wurde Sergeant Albert Anolin zitiert: Die Ermittlungen zu einem anderen Malibu in Victorville hatten die Beamten zu dem Fahrzeug des Regisseurs geführt, das im Raum Oakland aufgespürt wurde.

Korva Coleman ergänzte diesen Zusammenhang am 27. April 2013 in einem Beitrag für NPR mit Aussagen der Sprecherin des Sheriffs, Jodi Miller. Eine Überprüfung der Identifikationsnummer des ersten Autos ergab, dass es in der Gegend von Oakland noch ein weiteres Fahrzeug mit derselben Nummer gab. Dort wurde das verschwundene Auto gefunden. Der zunächst in Victorville untersuchte Wagen und Tarantinos Auto waren zwei verschiedene Fahrzeuge.

Der Bericht von Associated Press fügte hinzu, dass die Person, die das Cabriolet damals besaß, nicht als am Diebstahl beteiligt galt, sondern als Betrugsopfer. Dieser Umstand schränkt ein, was sich über die Wiederbeschaffung sagen lässt: Ein gestohlenes Auto bei jemandem zu finden, bedeutet nicht, dass diese Person als Dieb identifiziert wurde.

Die Ermittlungen belegen den Weg des Autos bis zu seinem Fund im Jahr 2013. Sie liefern für sich genommen weder eine vollständige Liste aller früheren Besitzer noch eine Beschreibung sämtlicher möglicher Umbauten. Ebenso lässt sich aus einem damaligen Nachrichtenbericht nicht ableiten, wo sich das Auto heute befindet.

Der Zeitpunkt des Diebstahls und die Anekdote von den Dreharbeiten

Associated Press datierte die Diebstahlsanzeige auf das Jahr 1994. TMZ gab am 30. April 2013 als Zeitpunkt des Diebstahls den Mai 1995 an und berichtete, das Auto sei in der Nähe von Tarantinos Haus gestohlen worden. Die Berichte stimmen darin überein, dass das Auto verschwand und später wiedergefunden wurde, nennen aber unterschiedliche Zeitpunkte für den Beginn dieser Geschichte.

Wegen dieser Abweichung erfordert die Darstellung, das Auto sei während der Dreharbeiten gestohlen worden, einen zusätzlichen Beleg. Der Kinostart 1994, das Datum einer mutmaßlichen Diebstahlsanzeige und der Zeitpunkt, zu dem die Szenen mit dem Auto gedreht wurden, sind verschiedene Ereignisse. Sie zu einer einzigen Anekdote zusammenzufassen, erweckt eine zeitliche Gewissheit, die die zitierten Berichte nicht bieten.

Der sicherste Zusammenhang zwischen dem Gegenstand und dem Film besteht darin, wie das Auto vor der Kamera eingesetzt wird, und in der Identifizierung des wiedergefundenen Fahrzeugs als Eigentum des Regisseurs. Der Diebstahl gehört zur tatsächlichen Geschichte des Autos. In der Filmhandlung hatte es schon zuvor eine konkrete Bedeutung in Vincents Leben, ohne dass sein späterer Weg damit vorweggenommen wurde.

Vincent zeigt seine Verbundenheit mit dem Auto, als er sich bei Lance darüber beschwert, dass jemand den Lack beschädigt hat. Das Gespräch macht aus einem Schaden eine persönliche Beleidigung und zeigt, was Vincent für unverzeihlich hält. Der Film zeigt nicht, wie der Verantwortliche das Auto in dieser Szene zerkratzt; Vincents Empörung beruht auf seiner eigenen Schilderung.

Später verändert der dringende Transport von Mia zu Lance seinen Umgang mit dem Fahrzeug. Die überstürzte Ankunft passt nicht mehr zum Bild eines Menschen, der einen geschätzten Besitz unversehrt bewahren möchte. Seine Aufmerksamkeit gilt der Bewältigung eines Notfalls, und das Auto bekommt die Folgen dieser Eile zu spüren.

Der Kontrast ergibt sich innerhalb der Filmhandlung, ohne den tatsächlichen Diebstahl als Erklärung für die Figur heranzuziehen. Es sind zwei unterschiedliche Formen des Kontrollverlusts: ein Gespräch über die Pflege des Autos und eine Fahrt, die von Angst bestimmt ist. An demselben Gegenstand lässt sich der Wandel zwischen beiden Situationen erkennen, ohne dass Vincent ihn in einem weiteren Monolog erklären muss.