Mannix’ Waffe: Warum es keine Winchester 1892 ist

Der Schluss von The Hateful Eight zeigt Chris Mannix nicht als Schützen mit einer Winchester Model 1892. Bei dieser Identifizierung werden verschiedene Waffen und Zeitpunkte miteinander vermischt.

Eine Identifizierung, die korrigiert werden muss

Der Karabiner, der John Ruth zugeordnet wird und auch in den Händen von Chris Mannix zu sehen ist, wird in illustrierten Nachschlagewerken zu Filmwaffen als Remington 1858 im Stil eines Cattleman’s Carbine identifiziert. Es handelt sich nicht um eine Winchester Model 1892. In der finalen Konfrontation benutzt Mannix einen Revolver aus der Familie der Colt Single Action Army. Diesen Moment als Vorführung eines Unterhebelkarabiners darzustellen, vermischt zwei Fehler: das Modell und die Szene.

Der Unterschied ist auch für Menschen wichtig, die keine Waffen sammeln. Ein Karabiner ist ein langer Gegenstand, der beeinflusst, wie man sich im Raum bewegt; der Revolver am Ende kommt in einem unmittelbaren Schlagabtausch zwischen verwundeten Männern zum Einsatz, die sich nahe sind und aufeinander achten müssen. Die Szene dreht sich weder um die Reichweite eines Gewehrs noch um einen Schießwettbewerb auf Distanz.

Die visuelle Identifizierung einer Filmwaffe belegt auch nicht alle Einzelheiten des beim Dreh verwendeten Objekts. Die Bezeichnung eines Modells beweist weder, dass es sich um ein historisches Original handelt, noch lässt sich daraus der Hersteller einer Replik, ihre inneren Veränderungen oder die Anzahl der verwendeten Exemplare ableiten. Keiner dieser Angaben sollte allein aufgrund des Aussehens hinzugefügt werden.

Der Revolver verändert das Vertrauensverhältnis

Entscheidend an Chris Mannix’ Eingreifen ist kein vermeintlicher technischer Vorteil. Warren muss mit einem Mann zusammenarbeiten, den er verachtet und dem er misstraut. Mannix eine Waffe zu überlassen bedeutet anzuerkennen, dass das Überleben beider in diesem Moment von einer Zusammenarbeit abhängt, die zuvor unmöglich schien.

Die Waffe macht diese Veränderung sichtbar, ohne eine vollständige Versöhnung zu garantieren. Eine bewaffnete Figur kann einen anderen beschützen und ihn zugleich töten. Das Vertrauen hängt weiterhin von einer Entscheidung im gegenwärtigen Moment ab, besonders als Daisy versucht, die beiden gegeneinander aufzubringen. Die Spannung entsteht dadurch, dass Mannix weiterhin selbst entscheiden kann und Warren nicht mehr über die körperliche Kontrolle verfügt, mit der er zuvor einen Teil des Raums beherrscht hatte.

Die Handlung gehört zum Finale, nicht in ein Datenblatt

Die Schießerei lässt Entfernungen und Möglichkeiten zusammenschrumpfen. Die Bewegungen erschließen sich im Zusammenspiel mit den Verletzungen, den Tischen und den Körpern, die den Kurzwarenladen einnehmen. Eine Analyse, die sich auf eine nicht existierende Winchester konzentriert, würde von dieser räumlichen Anordnung ablenken und das Finale zu einer Vorführung von Ausrüstung machen, die der Film gar nicht beabsichtigt.

Die hilfreiche Unterscheidung ist also einfach: Der mit Ruth verbundene Karabiner ist nicht die in der Anfrage genannte Winchester, und Mannix’ Kurzwaffe am Ende ist Teil eines fragilen Bündnisses. Um ihre filmische Funktion zu verstehen, braucht es keine Angaben zu Leistung, Mechanik oder Handhabung. Auf dem Spiel steht, wer wem zu vertrauen bereit ist, wenn jede Geste die Vereinbarung zunichtemachen kann.

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