Wicki bringt dem Kommando entscheidende Sprachkenntnisse ein; Utivich begleitet Raine bei seiner letzten Begegnung mit Landa. Sie sind unterschiedliche Figuren, und der Name Wilhelm kann zu einer weiteren Verwechslung mit dem Soldaten aus der Taverne führen.
Wicki: den Feind verstehen und für die Gruppe übersetzen
Wilhelm Wicki, gespielt von Gedeon Burkhard, gehört zu den Bastarden und übernimmt eine praktische Aufgabe, die mit der deutschen Sprache verbunden ist. Der Film stellt ihn als Juden österreichischer Herkunft dar, der schließlich auf amerikanischer Seite kämpft. Dieser Werdegang verknüpft seine Sprachkenntnisse mit einer persönlichen Erfahrung von Vertreibung, auch wenn die Erzählung keine vollständige Lebensgeschichte seiner Flucht aus Europa schildert.
Sein Nutzen wird leicht übersehen, weil eine gelungene Übersetzung hinter der Botschaft verschwindet. Raine kann eine Frage stellen und eine Antwort erhalten, weil ein anderes Mitglied der Gruppe die Sprache versteht. Wicki ermöglicht diesen Austausch, ohne selbst in den Mittelpunkt der Szene zu treten. Seine Arbeit stützt Entscheidungen, die andere Figuren deutlich spektakulärer zum Ausdruck bringen.
Übersetzen bedeutet auch, Macht zu verteilen. Wer eine Sprache nicht beherrscht, ist darauf angewiesen, was der Vermittler ihm übermittelt; wer sie versteht, kann Gesprächen folgen und Nuancen erkennen, die anderen entgehen. In einem multinationalen Kommando sind solche Fähigkeiten kein kultureller Schmuck. Sie entscheiden darüber, wer verhandeln, eine Bedrohung einschätzen oder in besetztem Gebiet eine Tarnung aufrechterhalten kann.
Wicki nimmt gemeinsam mit Hicox und Stiglitz an dem Treffen in der Taverne teil. Seine Anwesenheit entspricht dem Plan, Männer zusammenzubringen, die sich auf Deutsch verständigen können. Das Scheitern des Treffens beweist nicht, dass diese Vorbereitung nutzlos war, sondern zeigt, dass die Sicherheit von mehreren Faktoren zugleich abhängt: dem Ort, den anwesenden Fremden, den abgestimmten Antworten und den Gewohnheiten jedes Einzelnen.
Utivich und die Bedeutung eines von außen auferlegten Spitznamens
Smithson Utivich wird von B. J. Novak gespielt. Manchmal wird ihm fälschlicherweise der Spitzname „Mann Null“ zugeschrieben, doch der Name, der im Wortwechsel mit Landa verwendet wird, lautet The Little Man, eine Anspielung auf seine Körpergröße. Übersetzungen geben den Namen mit „der kleine Mann“ oder „der Kleine“ wieder. Man sollte eine falsche Bezeichnung nicht zu einem Merkmal der Figur machen oder eine Mission erfinden, die diese vermeintliche Null erklären soll.
Der Moment, in dem der Spitzname zur Sprache kommt, ist interessant, weil Utivich keinen Einfluss auf das Bild hat, das seine Feinde von ihm geschaffen haben. Landa nutzt diese Information, um zu zeigen, wie viel er über seine Gefangenen weiß, und sich über sie zu stellen. Ein scheinbar unbedeutender Name wird Teil eines Gesprächs, in dem jeder versucht, die anderen zu definieren, bevor sie antworten können.
Utivichs Reaktion sorgt für Humor, ohne die Gefahr zu entschärfen. Seine Neugier oder sein Unbehagen angesichts der Bezeichnung unterbricht kurz eine weitaus ernstere Verhandlung. Mit diesem Kontrast der Maßstäbe lässt der Film die Szene auf seltsame Weise aufatmen: Es geht um den Ruf einzelner Personen, während zugleich das Überleben der Anwesenden und der Ausgang einer Militäroperation auf dem Spiel stehen.
Utivich braucht keine ausführliche persönliche Vorstellung, um im Schluss seinen Zweck zu erfüllen. Seine Nähe zu Aldo Raine macht ihn zum Zeugen und Begleiter von Entscheidungen, die der Leutnant Landa gegenüber trifft. Der letzte Wortwechsel findet nicht zwischen zwei isolierten Figuren statt. Ein weiteres Mitglied des Kommandos hört zu, antwortet und bestätigt, dass das Geschehen auch Teil einer gemeinsamen Erfahrung ist.
Nebenfiguren, die dem Kommando seine innere Logik verleihen
Wicki und Utivich erfüllen unterschiedliche Aufgaben und bringen verschiedene Fähigkeiten ein. Der Erste erleichtert die Kommunikation in einer Umgebung, in der die Sprache über Leben und Tod entscheiden kann – selbst wenn es nur darum geht, einen kurzen Befehl zu übermitteln oder die Antwort eines Gefangenen zu erklären. Der Zweite tritt in einer Situation stärker hervor, in der es auf die Loyalität gegenüber dem Vorgesetzten und die Reaktion auf einen Feind ankommt, der über seine Zukunft verhandeln will. Sie gemeinsam zu betrachten bedeutet nicht, dass sie gleichwertige Varianten desselben Soldaten sind.
Außerdem sollte man Wicki von Wilhelm, dem Soldaten aus der Taverne unterscheiden. Ein gemeinsamer Vorname bedeutet weder dieselbe Funktion noch dieselbe Zugehörigkeit. Der Mann, der die Geburt seines Sohnes feiert und Bridget um ein Andenken bittet, gehört zu einer anderen Gruppe. Wer die beiden verwechselt, deutet die Szene falsch, denn dadurch geht der Unterschied zwischen denjenigen verloren, die zu einem Geheimtreffen kommen, und denen, die ein persönliches Ereignis feiern.
Der Film zeigt nur wenige private Szenen mit diesen Figuren. Deshalb lässt sich nur begrenzt etwas über ihre individuellen Beweggründe sagen. Statt Vorgeschichten zu erfinden, ist es hilfreicher zu beobachten, welche Probleme sie lösen und wie sie reagieren, wenn sich der Plan ändert. Ihre Auftritte machen das Kommando zu einer Organisation mit konkreten Bedürfnissen und nicht bloß zu einer Ansammlung markanter Spitznamen.
Der Unterschied zwischen den beiden zeigt außerdem, wie eine Nebenfigur in verschiedenen Momenten der Erzählung an Bedeutung gewinnen kann. Wicki wird dort gebraucht, wo die Kommunikation besondere Sprachkenntnisse erfordert; Utivich rückt in den Vordergrund, als sich die Geschichte auf die letzte Begegnung konzentriert. Seine Anwesenheit verleiht der Gruppe menschliche Kontinuität und erinnert daran, dass Raines Entscheidungen von Männern mitgehört und ausgeführt werden, deren Aufgaben nicht immer dem öffentlichen Bild der Bastarde entsprechen.
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