Lawrence Bender: Produzent der ersten Tarantino-Filme

Die Beziehung zwischen einem Regisseur und einem Produzenten zeigt sich auch an den Bedingungen, die Dreharbeiten ermöglichen. Bender begleitete die Entwicklung eines ersten Projekts zu einer internationalen Karriere.

Lawrence Bender produzierte Reservoir Dogs, Pulp Fiction, Jackie Brown, beide Teile von Kill Bill und Inglourious Basterds. Sein Name ist eng mit A Band Apart und dem professionellen Aufstieg Quentin Tarantinos verbunden. Diese Kontinuität war entscheidend, umfasst aber nicht automatisch alle Filme des Regisseurs: Death Proof hatte andere Produzenten, und Bender wird auch bei Django Unchained, The Hateful Eight oder Once Upon a Time in Hollywood nicht als Produzent geführt.

Ein genauer Blick auf die Credits verändert die Art, diese Geschichte zu erzählen. Es gab keine ununterbrochene Zusammenarbeit bis 2009, auf die eine Pause folgte, die sich allein aus einer späteren Abwesenheit ableiten ließe. Die Zusammenarbeit verlief von Projekt zu Projekt unterschiedlich. Um eine persönliche Trennung zu erklären oder konkrete berufliche Gründe dafür anzuführen, wären überprüfbare Aussagen nötig. Die Credits belegen, wer an welchem Werk mitgearbeitet hat, aber nicht, was in privaten Gesprächen geschah.

Reservoir Dogs und die Möglichkeit, ein Projekt zu vergrößern

Der Katalog des American Film Institute zeichnet nach, wie Bender die Verbreitung des Drehbuchs zu Reservoir Dogs über berufliche Kontakte vorantrieb, statt sich auf das ursprünglich von Tarantino erwogene Minimalbudget-Projekt zu beschränken. Harvey Keitels spätere Beteiligung trug dazu bei, die Möglichkeiten des Films zu erweitern. Die Episode zeigt eine konkrete Produzentenaufgabe: Material zu erkennen und es zu den Menschen zu bringen, die es in einem größeren Rahmen verwirklichen können.

Der Unterschied zwischen diesen beiden Möglichkeiten betrifft weit mehr als die Geldsumme. Ein Film braucht möglicherweise Zeit, verfügbare Schauspieler, Drehorte und Fachleute, die bestimmte Probleme lösen können. Das Drehbuch verliert nicht seine Urheberschaft, wenn ein Produzent dazu beiträgt, die dafür nötigen Bedingungen zu schaffen. Im Gegenteil: Das Zusammenspiel von Vorstellungskraft und Organisation bestimmt, welcher Teil eines Projekts tatsächlich in Bilder umgesetzt werden kann.

Reservoir Dogs bewahrt eine räumliche Konzentration, die häufig mit seinen finanziellen Einschränkungen in Verbindung gebracht wird. Es wäre jedoch zu kurz gegriffen, seine gesamte Form auf eine kostengünstige Lösung zu reduzieren. Der nicht gezeigte Überfall steuert den Wissensstand des Publikums und macht das Lagerhaus zu einem Ort der verbalen Rekonstruktion. Die Produktion ermöglicht diese Form, doch ihre Wirkung hängt auch von Entscheidungen beim Schreiben, bei der Regie, der Schauspielerei und dem Schnitt ab. Benders Arbeit ist Teil dieses kollektiven Gefüges.

Pulp Fiction erweitert die Zahl der Schauplätze, Figuren und Situationen, ohne eine starke eigene Handschrift aufzugeben. Die Kontinuität des Produzenten bildet eine Verbindung zwischen der Erfahrung mit dem ersten Langfilm und einem ambitionierteren Projekt. Der spätere Erfolg kann beide wie unausweichliche Schritte erscheinen lassen. Doch wenn ein Film auf die Beine gestellt wird, beseitigt ein attraktives Drehbuch nicht die Probleme bei Finanzierung, Besetzung oder Vertrieb.

A Band Apart und eine Produktionsidentität

A Band Apart wurde mit der Zusammenarbeit von Bender und Tarantino sowie mit einer Vorstellung kreativer Unabhängigkeit verbunden. Zum Tätigkeitsbereich gehörten auch Werbung und Musikvideos; die unternehmerische Dimension ging damit über die Langfilme des Regisseurs hinaus. Der Name einer Produktionsfirma auf der Leinwand kann als wiedererkennbare Marke dienen. Dahinter stehen jedoch Arbeitsstrukturen und konkrete Vereinbarungen, die nicht mit einer einzigen, während einer ganzen Karriere unverändert bestehenden Gesellschaft verwechselt werden sollten.

Die Wirtschaftspresse in Los Angeles berichtete über die Beteiligung von Bender und Michael Bodnarchek an den Werbeaktivitäten des Unternehmens. Dieser Bereich zeigt, dass Filmproduktion und der Unterhalt einer professionellen Struktur nicht zwangsläufig auf die Vorbereitung des nächsten Langfilms beschränkt sind. Ein Unternehmen kann Projekte, Kunden und Anforderungen ganz unterschiedlicher Dauer zusammenbringen. Die bekannteste öffentliche Identität erschöpft nicht den Arbeitsalltag.

Bender baute auch außerhalb von Tarantinos Filmen eine Karriere auf, mit Titeln wie Good Will Hunting und Dokumentarfilmen wie Eine unbequeme Wahrheit. Diese Vielfalt verbietet es, ihn ausschließlich als jemanden zu beschreiben, der die Wünsche eines Regisseurs umsetzt. Seine Zusammenarbeit mit Tarantino ist ein wesentlicher Teil seiner Laufbahn, bestand aber neben anderen Projekten und Prioritäten. Eigenständige Karrieren ermöglichen sowohl langjährige Bündnisse als auch wechselnde Teams.

Kill Bill bringt einen neuen Arbeitsumfang mit sich: Schauplätze, Besetzung und körperliche Anforderungen unterscheiden sich von den frühen Kriminalgeschichten. Der Produzent ist an einem Film beteiligt, der die Koordination verschiedener Fachbereiche und Umgebungen erfordert. Um den Unterschied zu erkennen, muss man keine konkrete finanzielle Entscheidung erfinden: Das sichtbare Ergebnis vereint ein großes Aktionsvolumen und vielfältige Welten, die eine andere materielle Organisation der Dreharbeiten verlangen.

Inglourious Basterds und die Grenzen einer Trennungserzählung

Bei der Produktion von Inglourious Basterds arbeitete Bender mit internationalen Teams an einem Film, der mehrere Sprachen vereinen sollte. Die Präsentation in Cannes 2009 ist ein öffentlich belegbarer Meilenstein dieser Zusammenarbeit. Studio Babelsberg führt Bender als Produzenten des Langfilms auf, und die Festivaldokumentation bestätigt seine Anwesenheit an der Seite des Regisseurs. Der Guide zu Inglourious Basterdszeigt die erzählerische Reichweite dieses Projekts.

Der Film macht deutlich, wie sehr sich der Umfang seit Reservoir Dogs verändert hatte: eine internationale Besetzung, eine historische Rekonstruktion und eine Geschichte, die ganz unterschiedliche Schauplätze miteinander verbindet. Die Kontinuität zwischen den beiden Filmen besteht nicht darin, die Bedingungen zu wiederholen, sondern in einer Zusammenarbeit, die sich auf unterschiedliche Projekte einstellen konnte. Zugleich zeigt sich, dass persönliche Arbeitsbeziehungen beständig bleiben können, während sich die Industriepartner je nach Film ändern.

Später führen Tarantinos Credits andere Hauptproduzenten auf. Das genügt, um eine neue Arbeitsphase zu beschreiben, ohne daraus einen Streit, eine Entlassung oder einen nicht belegten ideologischen Konflikt zu machen. Benders Beitrag bleibt in den Filmen erhalten, an deren Entstehung er mitgewirkt hat: Von der Erweiterung der Möglichkeiten bei Reservoir Dogs bis zu einer internationalen Produktion, die in Cannes vorgestellt wurde, begleitete seine Arbeit kreative Entscheidungen auf dem Weg zu realisierbaren Projekten.

Weitere Informationen: Tarantinos kreative Partner und Produzenten.