Die Stimmen der jungen Frauen aus Mansons Gruppe: ein Lied mit unschuldigem Anschein

Die Stimmen der Gruppe vermitteln ein Gemeinschaftsgefühl, bevor der Film ihre bedrohliche Seite zeigt.

Welches Lied singen die jungen Frauen?

Das Lied, das mit den jungen Frauen aus Mansons Gruppe verbunden ist, wird als „I’ll Never Say Never to Always“ geführt und wurde von Charles Manson geschrieben. Es ist auch unter dem Titel „Always Is Always Forever“ bekannt. In Once Upon a Time in Hollywood ist es als Gesang der jungen Frauen zu hören, während sie die Straße entlanggehen und nach Essbarem im Abfall suchen. Es sollte nicht automatisch als Hintergrundmusik für den gesamten Besuch auf der Spahn Ranch eingeordnet werden.

Der Unterschied zwischen einer Darbietung innerhalb der Szene und einer von außen hinzugefügten Aufnahme ist wichtig. Hier gehören die Stimmen zu den Körpern, die wir sehen. Der Gesang ist Teil einer gemeinsamen Tätigkeit und lässt die Gruppe als kleine, mobile Gemeinschaft erscheinen. Es handelt sich nicht einfach um ein Lied von einer Platte, das der Schnitt verwendet, um die Menschen aus der Distanz zu charakterisieren.

Die Urheberschaft liefert eine beunruhigende Information, doch der Film hält nicht inne, um sie mit einer Texteinblendung zu erklären. Wer das Lied kennt, kann die direkte Verbindung zu Manson erkennen; wer es nicht kennt, hört zunächst eine freundlich klingende Melodie. Beides ist möglich. Die unmittelbare Wirkung hängt eher mit dem Verhältnis zwischen diesen Stimmen und ihrer alltäglichen Umgebung zusammen als mit einem enzyklopädischen Wissen über die Herkunft des Liedes.

Der sanfte Gesang und die Identität der Gruppe

Gemeinsames Singen macht aus einer Randtätigkeit ein Zeichen der Zugehörigkeit. Die jungen Frauen bewegen sich in einer Abstimmung, die keine ausdrücklichen Anweisungen erfordert. Die Wiederholung und die einfache Melodie erzeugen einen vertrauten Eindruck. Das Publikum kann ein gemeinsames Leben, Gewohnheiten und ein Repertoire wahrnehmen, die bereits vor der Ankunft der Hauptfiguren bestehen.

Der Eindruck von Unschuld ist keine verlässliche Beschreibung ihrer Beziehungen untereinander. Der Film nutzt diese Oberfläche, um einen Gegensatz zwischen äußerem Anschein und Wissen zu schaffen. Wer den historischen Kontext kennt, hört etwas Friedliches und ahnt zugleich eine Gewalt voraus, die noch nicht im Bild zu sehen ist. Dafür muss das Lied keinen herkömmlich unheimlichen Ton annehmen.

Deshalb ist es ungenau, alle Klänge, die mit der Gemeinschaft verbunden sind, als Psychedelic Folk zu bezeichnen. Das Etikett kann eine kulturelle Landschaft andeuten, ersetzt aber weder die Identifizierung eines Stücks noch erklärt es, wie es vorgetragen wird. In diesem Fall sind der gemeinsame Gesang und seine Einbindung in die Handlung entscheidend. Eine Gitarre, eine Studioaufnahme oder ein bestimmter psychedelischer Effekt sollte der Beschreibung nicht hinzugefügt werden, wenn das nicht zu dem gehört, was tatsächlich zu hören ist.

Die Straße und die Ranch haben unterschiedliche Klanglandschaften

Der Besuch auf der Ranch erzeugt die Unruhe mit anderen Mitteln: Pausen, angespannte Gespräche, Blicke und die Schwierigkeit, George Spahn zu erreichen. Würde man die gesamte Sequenz in einen fortlaufenden Strom süßer Harmonien verwandeln, ginge ihre tatsächliche Gestaltung verloren. Der anfängliche Gesang kann im Gedächtnis bleiben, erklärt aber nicht für sich genommen jeden späteren Moment im Zusammenhang mit Mansons Anhängern.

Der Soundtrack von Once Upon a Time in Hollywood umfasst außerdem Radiosongs, Musik aus anderen Filmen und Darbietungen innerhalb der Handlung. Der Gesang der jungen Frauen nimmt darin einen besonderen Platz ein. Seine Bedeutung liegt darin, zu zeigen, wie eine Gemeinschaft sich selbst durch ihre Stimmen wiedererkennt, während das Publikum dieselbe Vertrautheit aus einer anderen Perspektive deutet.

Die Szene muss den Liedtext nicht ausführlich wiedergeben, damit wir den Gegensatz verstehen. Es genügt das Verhältnis zwischen dem gemeinsamen Gesang und dem Kontext, in dem er erklingt. Diese Knappheit macht die sanften Töne noch verstörender: Was wie ein spontaner Ausdruck von Zusammengehörigkeit klingen könnte, gehört zugleich zu einer Gruppe, die sich um eine Autorität organisiert, die der Film größtenteils außerhalb des Bildes hält.

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