Der MG TD von Sharon Tate und Roman Polanski

Der kleine grüne MG wird mit Sharon Tate und Roman Polanski in Verbindung gebracht. Die Fahrzeugdokumentation der Produktion weist ihn als TD von 1952 aus; ihn pauschal Jay Sebring zuzuschreiben, verwechselt die verschiedenen Personen und ihre Fahrten.

Das grüne Cabriolet identifizieren

Den MG TD aus Once Upon a Time in Hollywood erkennt man an seiner offenen Karosserie, dem senkrechten Kühlergrill und den freistehenden Kotflügeln. Sein Erscheinungsbild weist Merkmale auf, die älter wirken als die 1950er-Jahre, obwohl das dokumentierte Filmauto auf das Jahr 1952 datiert ist. Diese Kombination erklärt zum Teil seine Wirkung in einem Film, der 1969 spielt: In einer Stadt voller größerer und neuerer amerikanischer Autos wirkt der Wagen wie eine persönliche Wahl.

Das Datenblatt des in der Produktion verwendeten Fahrzeugs beschreibt es als olivgrünen MG TD, der mit Roman Polanski und Sharon Tate in Verbindung steht. Damit wird die pauschale Zuschreibung an Jay Sebring korrigiert. Die Figuren bewegen sich in einem gemeinsamen Freundeskreis und unternehmen gemeinsam Ausflüge, doch daraus folgt nicht, dass alle Autos der Gruppe derselben Person gehören. Diese Genauigkeit ist besonders wichtig, wenn ein Artikel einen konkreten Gegenstand erklären und nicht sämtliche Beziehungen im Umfeld von Sharon zusammenfassen soll.

Aus der Dokumentation des Filmautos geht außerdem hervor, dass es restauriert worden war und spätere mechanische Komponenten enthielt. Deshalb lässt sich ein Datenblatt des originalen MG TD nicht unverändert auf das Filmauto übertragen. Das Produktionsfahrzeug vereint ein historisches Erscheinungsbild mit einer eigenen materiellen Geschichte. Diese Unterscheidung lässt sich berücksichtigen, ohne Anleitungen für Umbauten auszuführen oder dem Wagen Eigenschaften zuzuschreiben, die während der Dreharbeiten nicht überprüft wurden.

Steven Butcher, der Fahrzeugkoordinator, erklärte, dass für Polanski ein Auto mit der Anmutung eines alten Roadsters gesucht wurde. Mit dem MG ließ sich diese Silhouette erzielen, ohne unbedingt ein Modell aus den 1930er-Jahren zu verwenden. Diese Entscheidung gehört zur filmischen Charakterisierung. Sie beweist weder, dass der historische Polanski genau dasselbe Auto besaß, noch, dass jede gezeigte Fahrt einer Fotografie oder einem Bericht aus dem Jahr 1969 entspricht.

Eine andere Dimension für Sharons Fahrten

Der MG vermittelt ein offeneres Fahrgefühl als Ricks Cadillac. Die Insassen sitzen nah beieinander und sind der Umgebung im Cabriolet stärker ausgesetzt. Dank der kleinen Karosserie kann die Kamera die Gesichter und die Bewegung der Landschaft klar in Beziehung setzen. Diese Dimension prägt den Ton der Fahrten, die mit Sharon und Roman verbunden sind: Die Fahrt kann mit Freizeit, Gesellschaft und dem Unterwegssein in einer vielversprechenden Stadt verknüpft erscheinen.

Der Film nutzt die Autos, um soziale Welten voneinander abzugrenzen, die sich ganz nahekommen. Rick wohnt neben einem Paar, das eine Welt des Kinoerfolgs verkörpert, zu der er Zugang erhalten möchte. Der MG lässt sich als Teil des Bildes eines eleganten, bewegten Lebens verstehen, auch wenn er kleiner ist als Ricks eigener Cadillac. Die Stellung in Hollywood wird nicht einfach durch einen Wettbewerb darum ausgedrückt, wer das größte Auto besitzt.

Die Darstellung von Sharon Tate als Figur verleiht dem Ganzen eine weitere Dimension. Ihre Fahrten ermöglichen es dem Film, sie bei alltäglichen Erlebnissen zu zeigen: wie sie die Stadt betrachtet und Momente mit Menschen aus ihrem Umfeld teilt. Das Fahrzeug wird Teil dieses Alltags. Die Geschichte stellt sie nicht ausschließlich als unbewegliche Figur dar, die durch das geprägt ist, was die Zuschauer über ihren wirklichen Tod wissen. Selbst zu fahren oder in Begleitung unterwegs zu sein, trägt dazu bei, ihr innerhalb der Erzählung Zeit und Bewegung zu geben.

Das macht jedoch nicht jede Einstellung zu einer exakten biografischen Rekonstruktion. Die Beziehung zwischen der historischen Sharon und dem Film erfordert, belegte Tatsachen und Inszenierungsentscheidungen voneinander zu trennen. Ein Auto kann zur Charakterisierung passen und zugleich eine Wahl des Produktionsteams sein. Die visuelle Authentizität eines Gegenstands bestätigt nicht automatisch, dass die Situation, in der er erscheint, historisch ist.

Das Filmauto hat seine eigene Geschichte

Ein Datenblatt zum MG aus der Produktion ermöglicht eine genauere Identifizierung als allein anhand einzelner Filmstills. Es gibt eine Zuordnung des Gegenstands zum Film und ein konkretes Baujahr für das Fahrzeug. Solche Unterlagen sind wertvoll, müssen aber im Rahmen ihrer Aussagekraft gelesen werden: Sie beschreiben ein Fahrzeug, das nachweislich bei den Dreharbeiten verwendet wurde, nicht alle Autos, die möglicherweise in einzelnen Einstellungen zum Einsatz kamen, oder jede Entscheidung, die während der Szenen getroffen wurde.

Die späteren Umbauten des Fahrzeugs erinnern außerdem daran, dass ein Oldtimer verschiedene Phasen durchlaufen kann, bevor er vor eine Kamera kommt. Sein Baujahr allein sagt nichts darüber aus, in welchem Zustand er sich Jahrzehnte später befand. Der Film nutzt sein Erscheinungsbild, um eine vergangene Zeit darzustellen; das reale Fahrzeug gehört jedoch zu einer Geschichte der Erhaltung und Veränderung, die außerhalb der Fiktion weitergeht.

Der MG sollte auch nicht mit sämtlichen Fahrten Sharons gleichgesetzt werden. Der Kinobesuch, Ausflüge mit Freunden und Fahrten in Cielo Drive beruhen auf unterschiedlichen Situationen und Fahrzeugen, die getrennt betrachtet werden sollten. Der Artikel lässt sich mit der Szene verbinden, in der Sharon The Wrecking Crew sieht; das erinnert an diese Vielfalt, ohne zu behaupten, dass bei jedem Ausflug zwangsläufig dasselbe Cabriolet zum Einsatz kommt. Die Kontinuität einer Figur setzt keine lückenlose Kontinuität des Autos voraus.

Der Reiz des TD liegt darin, wie er sich in diese Welt einfügt: kompakt, offen und mit einer Silhouette aus einer anderen Zeit mitten im Jahr 1969. Die Dokumentation erlaubt es, ihn als MG TD von 1952 zu bezeichnen und ihn im Film mit Tate und Polanski in Verbindung zu bringen. Darüber hinaus macht ihn die Inszenierung zu einem Bestandteil des Alltags in Hollywood, wo sich Eleganz ebenso gut durch einen kleinen Roadster wie durch die große Limousine eines Fernsehstars ausdrücken lässt.

Weitere Hintergründe im Guide zu Once Upon a Time in Hollywood.