Pulp Fiction: Wie das Diner Anfang und Ende verbindet

Die kreisförmige Struktur von Pulp Fiction verbindet die erste erzählte Szene mit der letzten Episode der Montage: dem Versuch, während des Frühstücks ein Restaurant auszurauben. Der Film stellt Pumpkin und Honey Bunny vor, unterbricht den Beginn des Überfalls und kehrt an den Ort zurück, als Jules und Vincent bereits bekannte Figuren sind. Die zweite Präsentation führt eine Situation weiter, die zuvor offen geblieben war.

Zu Beginn richtet sich die Aufmerksamkeit auf das Paar, das beschließt, das Lokal auszurauben. Bei der Rückkehr folgen wir zwei Gästen, deren Anwesenheit die Erwartungen an diesen Plan verändert. Der Tisch, von dem aus die Szene organisiert wird, und die verfügbaren Informationen zur Deutung des Geschehens ändern sich.

Die Kreisstruktur entsteht durch die Montage. Die Figuren erleben dieses Frühstück nur einmal; der Film verteilt ihre Vorstellung auf zwei Endpunkte der Erzählung. Die Rückkehr greift den Punkt wieder auf, an dem die Bedrohung begann, und führt bis zu ihren Folgen weiter. Wer diesen Unterschied erkennt, versteht, wie dieselbe Situation als Auftakt und als Abschluss funktionieren kann.

Der Schnitt nach dem Prolog lässt den Überfall offen

Die erste Szene der Kinofassung von Pulp Fiction, inszeniert von Quentin Tarantino im Jahr 1994, konzentriert sich auf Pumpkin und Honey Bunny. Sie unterhalten sich an einem Tisch und beschließen, das Lokal auszurauben, in dem sie gerade frühstücken. Der Übergang vom Gespräch zur Bedrohung erfolgt, bevor das Publikum die anderen Geschichten des Films kennt.

Als das Paar den Überfall ankündigt, geht die Sequenz in den Vorspann über. Eine konkrete Frage bleibt offen: Was geschieht, wenn die anderen Gäste im Restaurant reagieren müssen? Der Film verlässt den Ort, bevor er diese Reaktion zeigt, und beginnt, Jules und Vincent in einer anderen Situation zu begleiten.

Durch diesen Schnitt wird die erste Szene zu einem Prolog, der zunächst vom unmittelbaren Fortgang der Handlung getrennt bleibt. Während der mittleren Episoden stehen Pumpkin und Honey Bunny nicht mehr im Mittelpunkt der Erzählung. Für alle, die sich an den Auftakt erinnern, bleibt ihr Überfall offen, während andere Handlungen die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Der Abstand zwischen den beiden Auftritten sorgt dafür, dass die Rückkehr zugleich die Wiederaufnahme einer Angelegenheit ist, die die Montage zwischenzeitlich liegen gelassen hat.

Die Los Angeles Times identifizierte 1995 das Hawthorne Grill als das im Film verwendete Restaurant. Der gemeinsame Schauplatz verbindet die beiden Vorstellungen, ohne dass ein weiterer Ort eingeführt werden muss. Die Tische, die Gäste und das Frühstücksgeschehen gehören zur selben Umgebung, auch wenn sich die Aufmerksamkeit zunächst auf ein Paar beschränkt.

Der zweite Besuch verändert die Perspektive

Die Rückkehr ins Diner beginnt damit, dass wir Jules und Vincent folgen. Sie kommen nach der Krise bei Jimmie zu diesem Punkt der Erzählung und setzen sich zum Frühstück. Die chronologische Reihenfolge von Pulp Fiction ordnet dieses Frühstück dem Morgen ihres Auftrags zu. Um die Kreisstruktur zu analysieren, genügt es festzuhalten, dass die Montage aus einer anderen Perspektive zur Episode des Auftakts zurückgekehrt ist.

Nun steht das Gespräch der beiden Männer im Mittelpunkt, bevor der Überfall beginnt. Wer sich an den Prolog erinnert, kann die Unterbrechung vorhersehen: Er weiß, dass sich irgendwann das Paar an einem anderen Tisch erheben und das Lokal bedrohen wird. Das Warten bekommt so eine klare Richtung, auch wenn Jules und Vincent noch mit ihren eigenen Angelegenheiten beschäftigt sind.

Mit dem Beginn des Überfalls wird durch die Ankündigung die Verbindung zum Auftakt erkennbar. Die Worte, die in der neuen Szene zu hören sind, verweisen auf den Moment, der zuvor in den Vorspann übergeleitet hatte. Die Montage verbindet beide Ausschnitte durch eine gemeinsame Handlung, statt lediglich noch einmal die Fassade oder das Innere des Restaurants zu zeigen.

Auch die Informationen über die Gäste haben sich verändert. Wir kennen Jules und Vincent nun als bewaffnete Männer, die für Marsellus arbeiten. Pumpkin und Honey Bunny beginnen ihren Überfall, ohne zu wissen, wer die Menschen sind, die sie bedrohen. Die Szene verbindet somit den zu Beginn vorgestellten Plan mit Beteiligten, die die Erzählung inzwischen näher ausgearbeitet hat.

Das Interesse verlagert sich auf Jules’ Reaktion. Zu Beginn hatten wir die Entscheidung der Räuber verfolgt; in der Fortsetzung können wir beobachten, wie ihre Initiative auf jemanden trifft, dessen Verhalten wir bereits in einem anderen Zusammenhang gesehen haben. Die Geschichten treffen im Restaurant aufeinander, als die Figuren nicht länger zu getrennten Szenen gehören.

Die Fortsetzung führt über den Ausgangspunkt hinaus

Die Kreisstruktur greift einen Teil der Darstellung des Geschehens wieder auf und führt ihn anschließend weiter. Es gibt nur einen Überfall: Der zweite Auftritt vervollständigt, was der Prolog unterbrochen hatte. Auch der Tag der Figuren beginnt nicht von Neuem. Die Wiederholung bezieht sich darauf, wie das Publikum die Szene erlebt.

Am Ende bleibt der Film im Restaurant, bis die Auseinandersetzung entschieden ist und Jules und Vincent den Ort verlassen. Diese Verlängerung unterscheidet die beiden Endpunkte: Der Auftakt bricht ab, als die Bedrohung beginnt, während der Schluss bis zu dem Moment reicht, in dem die Beteiligten den Ort verlassen können. Die konkrete Auflösung und die Entscheidungen, die sie ermöglichen, gehören zum Ende von Pulp Fiction und zum Abschluss seiner Geschichten.

Jack Rabbit Slim’s ist das Restaurant, in dem Vincent und Mia ihren Abend verbringen. Ihr Auftritt beim Tanzwettbewerb gehört zum Kapitel, das dieser Nacht gewidmet ist. Das Diner im Prolog erfüllt in der Montage eine andere Funktion: Es verbindet eine unterbrochene Sequenz mit ihrer Fortsetzung. Die Ähnlichkeit zwischen zwei Orten, an denen gegessen wird, ist für diese Verbindung weniger wichtig, als zu erkennen, dass dieselben Personen denselben Überfall beginnen.

Die Kapiteltitel sind in diesen Rahmen eingebettet. Der Auftakt im Restaurant geht den betitelten Episoden voraus; die Fortsetzung des Überfalls folgt am Ende des Abschnitts über die Situation mit Bonnie. Die Frühstücksszene nimmt so zwei Positionen ein und rahmt Geschichten ein, die anderen Figuren folgen und an andere Orte führen.

Janet Maslin hob in ihrer Kritik in der New York Times die Entsprechung zwischen dem Auftakt und dem Schluss im Restaurant hervor; die Kritik wurde 1996 von Criterion nachgedruckt.