Trudi, gespielt von Bronagh Gallagher, ist die Freundin, die in Pulp Fiction in Lances Haus zu sehen ist. Die andere Frau ist Jody, Lances Ehefrau. Beide unterhalten sich während Vincents erstem Besuch und treffen wieder aufeinander, als er mit Mia zurückkommt. Trudi ist vor allem die Zuhörerin und Beobachterin: Ihre Fragen bringen das Gespräch über Piercings voran, und später ist sie dabei, als die Dringlichkeit für Verwirrung sorgt.
Der Wechsel zwischen diesen beiden Situationen prägt ihre Rolle. Zunächst ist Zeit, über persönliche Vorlieben zu sprechen und eine Frage auf die nächste folgen zu lassen. Später befindet sich eine bewusstlose Frau im selben Haus, und Diskussionen unterbrechen die Hilfsversuche. Trudi bleibt nahe am Geschehen, sitzt zunächst und steht später, während Lance, Vincent und Jody darum ringen, die Initiative zu ergreifen. So ist sie als Zeugin im Wohnzimmer zu erkennen: als jemand, der den Raum mit den anderen teilt und eine Situation beobachtet, deren Verlauf von den anderen abhängt.
Trudis Auftritt fügt sich in den Alltag im Haus ein. In Pulp Fiction (Quentin Tarantino, 1994) unterhält sie sich mit Jody, bevor Vincent sich mit Lance zurückzieht. Ihr Gespräch gibt dem Ort ein Eigenleben, das schon in vollem Gange ist, als der Kunde eintrifft.
Eine Gesprächspartnerin für Jody
Jody spricht über ihre Piercings, und Trudi stellt ihr eine Frage dazu. Jody führt ihre Antwort weiter aus, während der Film auch die Reaktionen ihrer Zuhörerin zeigt. Jody kann ihre Vorlieben erläutern, weil ihr jemand aufmerksam zuhört. Trudi trägt zum Gespräch bei, ohne daraus eine Geschichte über sich selbst machen zu wollen.
Vincent steigt mit einer weiteren Frage in das Gespräch ein, diesmal zu dem Schmuckstück, das Jody in der Zunge trägt. So kommt ein neuer Gesprächspartner hinzu, bevor Lance ihn zu einem Gespräch unter vier Augen ruft. Trudi gehört zu der Gruppe, die Vincent im Haus antrifft; der geschäftliche Besuch findet statt, während die anderen ihren eigenen Interessen und Beschäftigungen nachgehen.
Aus dieser Begegnung entsteht Vertrautheit. Jody antwortet ausführlich, Trudi reagiert, und Vincent fühlt sich sicher genug, sich einzumischen. Das längere Gespräch macht das häusliche Umfeld vertraut, das später in der Nacht wieder zu sehen ist, als alle mit einer weitaus schwierigeren Situation konfrontiert werden.
Ihre Rolle während Mias Notfall
Als Vincent Mia Wallace ins Haus bringt, sitzt Trudi hinten im Wohnzimmer. Die abschließende Kontinuitätsaufzeichnung von Words in Pictures vom 25. Juli 1994 hält fest, dass sie später aufsteht, während sich die anderen Figuren um Mia versammeln. Während des Wartens verändert sich ihre Position innerhalb der Gruppe.
Jody streitet mit Lance und reagiert auf die Aufforderungen, die an sie gerichtet werden; Vincent fordert sie auf, etwas zu unternehmen, um Mia zu helfen. Trudi bleibt außerhalb dieses Austauschs aus Anweisungen und Vorwürfen. Dieser Unterschied ergibt sich aus den Handlungen in der Szene: Die anderen reden mit, treffen Entscheidungen, während sie das Geschehen beobachtet. Durch ihre Nähe ist im selben angespannten Raum eine weitere Perspektive präsent.
Mia kommt wieder zu Bewusstsein, und Trudi bleibt unter den Umstehenden. Am Ende sind die Figuren nach dem Schreck noch immer im Wohnzimmer versammelt. So bleibt eine Beobachterin neben denen, die gehandelt haben: jemand, der die Entwicklung von Mias Ankunft bis zu ihrer abschließenden Reaktion miterlebt hat.
Ein Kostümdetail und eine alltägliche Präsenz
Betsy Heimann erzählte Lauren Sanchez, Gallagher habe ein T-Shirt von The Frames tragen wollen, ihr Gepäck sei jedoch verloren gegangen. Sie erinnerte sich an ein provisorisches schwarzes T-Shirt und, mit weniger Sicherheit, an ein ärmelloses Flanellhemd. Gallagher solle das Shirt der Band tragen, sobald es auftauche (Vogue, 14. Oktober 2019).
Trudis beide Auftritte verbinden das anfängliche Gespräch mit dem Notfall. Das Wohnzimmer bleibt ein Ort, an dem Menschen zusammen sind, auch wenn sich völlig verändert, worauf ihre Aufmerksamkeit gerichtet ist. Ihre Rolle als Gesprächspartnerin und später als Zeugin lässt diesen Wandel aus einer anderen Perspektive als der von Vincent oder Lance erkennen. Die Gefahr bricht in ein Umfeld ein, in dem bereits Gespräche im Gange sind und Menschen anwesend sind.
Bei Trudis Einführung werden die Stimme, die man hört, und das Gesicht, das man sieht, voneinander getrennt. Zu Beginn der Szene im Haus zeigt die Kamera sie, während Jody aus dem Off spricht. Die erste Erklärung zu den Piercings stammt von Jody; Trudi hört ihr zu. Durch diese Aufteilung steigt man in ein Gespräch ein, das offenbar schon vor dem Schnitt begonnen hat, und lernt zunächst die Person kennen, an die es gerichtet ist.
In den folgenden Einstellungen wechselt der Fokus zwischen den beiden Frauen. Trudis Reaktionen unterbrechen Jodys Erklärung und lassen erkennen, wie sie deren Kommentare aufnimmt. So wird das Zuhören sichtbar, auch wenn Trudi selbst keinen Satz hinzufügt. Während des Notfalls zeigen gemeinsame Einstellungen sie hinter denjenigen, die um Mia herum handeln. Der Film bezieht sie nun anders ein: Aus dem Blickwechsel eines Gesprächs wird eine Gruppe, die auf denselben Ausgang wartet. Gallagher wirkt in beiden Momenten durch ihre Aufmerksamkeit für die anderen Figuren mit.
