Die Anzeige ist zu sehen, als Beatrix am Flughafen Tokio ankommt. Damit wird eine wiederkehrende Marke Teil der kommerziellen Kulisse, die die Protagonistin empfängt.
Ein Plakat im Ankunftsbereich
Die Red-Apple-Anzeige aus Kill Bill: Vol. 1 ist zu sehen, als Beatrix bei ihrer Ankunft in Tokio den Flughafen durchquert. Dieser Schauplatz ist von den nächtlichen Straßen zu unterscheiden, die ebenfalls zum Japan-Abschnitt gehören. Die Werbung begleitet Beatrix auf ihrem Weg und nimmt einen großen Teil des Hintergrunds ein, sodass die Marke zu erkennen ist, ohne den Gang der Protagonistin zu unterbrechen.
Beatrix muss nicht einmal stehen bleiben, um die Anzeige anzusehen. Das Plakat gehört zu der Welt, die sie durchquert, genauso wie die Schilder und Durchgangsbereiche eines Terminals. Weil keine Interaktion stattfindet, bleibt es ein optionales Detail: Wer Red Apple kennt, erkennt ein wiederkehrendes Motiv, während andere einfach eine glaubwürdige Werbung in einem Flughafen sehen.
Die fiktive Marke Red Apple hat bereits in anderen Filmen von Tarantino einen hohen Wiedererkennungswert. Hier ist sie in einem anderen Maßstab präsent. Statt auf einer Packung in einer Hand zu erscheinen, nimmt sie eine öffentliche Fläche ein und deutet auf einen größeren Vertrieb hin. Die Fiktion vermittelt diesen Eindruck, ohne Werbekampagnen, Büros oder Verkaufszahlen zu erklären.
Julie Dreyfus auf dem Werbemotiv
Das Model auf der Anzeige ist Julie Dreyfus, die im Film Sofie Fatale spielt. Das Bild der Schauspielerin wird hier als Teil der Ausstattung verwendet. Sie zu erkennen, ist ein zusätzlicher augenzwinkernder Verweis, beweist aber weder, dass Sofie als Model arbeitet, noch dass ihre Beziehung zu O-Ren ein Tabakgeschäft umfasst.
Sofie ist in der Handlung eine Mitarbeiterin von O-Ren und eine Person, die Beatrix bei ihrer Suche identifiziert. Das Plakat zeigt keine Szene, die ihre Anstellung als Werbemodel erklärt, und auch kein Gespräch, das beide Rollen miteinander verknüpft. Aus dem Gesicht von Dreyfus auf eine parallele Karriere Sofies zu schließen, würde Schauspielerin und Figur verwechseln.
Diese Unterscheidung ist besonders hilfreich in einem Film, in dem Schauspieler mehrere Rollen übernehmen und mit dem filmischen Gedächtnis spielen. Ein Gesicht kann aus ästhetischen oder spielerischen Gründen erneut verwendet werden, ohne dass dafür eine ausführliche Erklärung innerhalb der Handlung nötig ist. Dem Publikum steht es frei, die Ähnlichkeit zu bemerken; für die Behauptung einer neuen Biografie braucht es mehr.
Eine Marke auf einem anderen Werbeträger
Die Anzeige trägt zum Eindruck einer Stadt bei, die von kommerziellen Zeichen geprägt ist. Im selben Japan-Abschnitt bietet das G.O.-Juice-Plakat eine weitere erfundene Marke. Beide verleihen der Reise visuelle Textur, sollten aber weder zu einem vermeintlich gemeinsamen Unternehmen verschmolzen werden noch eine Eigentümergeschichte erhalten, die der Film nie erzählt.
Der Vergleich mit Red Apple in The Hateful Eight zeigt, wie sehr sich der Werbeträger verändern kann. Der Name kann von einer zeitgenössischen Anzeige auf eine altmodisch wirkende Verpackung wechseln und dennoch wiedererkennbar bleiben. Diese wiederkehrende Gestaltung legt für sich genommen keine kohärente Unternehmenschronologie für alle Geschichten fest.
Der Reiz des Plakats liegt in einer präzisen Kombination: öffentlicher Raum, Großformat, bekannte Marke und ein wiederverwendetes Gesicht. Sein Auftritt erweitert die Welt visuell, ohne den Flughafen zu einer erklärenden Szene zu machen. Die Ankunft in Tokio erfüllt weiterhin ihre erzählerische Funktion, während der Hintergrund für alle, die über Beatrix hinausblicken, eine kleine Belohnung bereithält.
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