Bills Schwert: Hanzo, das Duell und das Filmrequisit

Bills Schwert in Kill Bill bündelt eine Erwartung, die der Film über zwei Teile hinweg aufbaut: den Anführer der Auftragsmörder im Duell mit der Frau zu sehen, die ihn aufgesucht hat. Es gehört zu derselben Welt aus Meistern und außergewöhnlichen Waffen, die Beatrix umgibt, auch wenn die Geschichte diesem Gegenstand deutlich weniger Zeit widmet. Dieser Unterschied ist wichtig. Wir verfolgen den Weg der Protagonistin bis zu ihrem Katana; Bills Waffe ist mit einer Autorität verbunden, die er bereits als selbstverständlich voraussetzt.

Die Verbindung zu Hattori Hanzo wird im Dialog hergestellt, doch daraus ergibt sich keine vollständige Biografie des Schwertes. Ebenso wenig lässt sich jedes Motiv oder Material, das bei einer kommerziellen Replik beworben wird, auf den Film übertragen. Um den Gegenstand zu verstehen, sollte man drei konkrete Fragen betrachten: Was sagt Bill über Waffen? Welche Rolle spielt seine im Duell? Und was ist über Exemplare bekannt, die außerhalb der Fiktion im Umlauf waren? Jede dieser Fragen beruht auf einer anderen Art von Beleg.

Bill schlägt vor, dass sie die Hanzo-Schwerter kreuzen. Zuvor hat er Beatrix’ Schwert gelobt und nach dem Schmied gefragt; sie erklärt, dass es genügte, seinen Namen zu nennen, um den Auftrag zu bekommen. Dieser Austausch stellt innerhalb der Filmhandlung eine Verbindung zwischen Bills Waffe und Hanzo her. Der Film zeigt jedoch weder ihre Herstellung noch eine Übergabe, die derjenigen der Protagonistin entspricht.

Was der Name Hattori Hanzo bedeutet

Der Kommentar ist besonders unangenehm, weil er ein Gespräch über Handwerkskunst in eine Abrechnung verwandelt. Bill erkennt den Ruf desjenigen an, der das Schwert vor ihm geschmiedet hat, und versteht, warum dieser den Auftrag angenommen hat. Darin lässt sich ein Verlust an Autorität erkennen: Das Ansehen des Meisters ist nicht mehr ausschließlich dem Kreis seiner früheren Weggefährten vorbehalten.

Der Auftritt von Hattori Hanzo in Kill Bill hilft dabei, diese Beziehung einzuordnen, ohne eine Chronologie zu erfinden. Hier geht es um die Wirkung seines Namens auf Bill: Der Gegenstand, den er bewundert, steht für eine Entscheidung zugunsten der Person, die ihn töten will.

Dass beide Gegner dieselbe Sprache der Schwertkämpfer sprechen können, bringt sie moralisch nicht auf eine Stufe. Gemeinsames Wissen oder die Anerkennung eines Schmieds lösen ihren Konflikt nicht. Die Qualität der Waffe ist kein Unschuldsbeweis. Diese Unterscheidung verhindert, dass Bills Vorliebe für Schwerter automatisch als Beleg für seine Ehre gilt.

Das Schwert in einem Duell, das auf Spektakel verzichtet

Der körperliche Kampf beginnt, während beide Figuren an einem Tisch sitzen. In seiner Studie Choreographing Genre in Kill Bill Vol. 1 & 2, erschienen in Miranda, hebt David Roche die Kürze und die räumliche Enge dieses finalen Aufeinandertreffens hervor. Seine Analyse hilft zu verstehen, warum die Waffe keiner langen Zurschaustellung bedarf, um bedrohlich zu wirken.

Ein Tisch strukturiert gewöhnlich ein Gespräch: Er legt fest, wer auf welcher Seite sitzt, und schafft einen klar erkennbaren Abstand. Mit den Schwertern in dieser Anordnung wird ein Raum instabil, der zuvor Gespräche zu ermöglichen schien. Das Publikum muss die Nähe der beiden neu bewerten. Gespräch und Angriff liegen nur eine Bewegung auseinander, ohne dass die Szene an einen anderen, größeren Schauplatz wechselt.

Aus dieser Perspektive liegt das Besondere an Bills Schwert darin, dass es jederzeit verfügbar ist. Die Bedrohung kann ganz still bleiben. Die Waffe trägt dazu bei, den Eindruck aufrechtzuerhalten, dass ihr Besitzer noch immer über Mittel verfügt, selbst wenn er vertraut mit jemandem spricht. Diese Mischung aus Vertrautheit und Macht zeigt sich auch bei Bill in Kill Bill, dessen zugewandte Art die Möglichkeit eines Angriffs nie ausschließt.

Die Kürze des Kampfes verhindert, dass eine vermeintliche Überlegenheit des Stahls allein den Ausgang erklärt. Es gibt keinen langwierigen Wettstreit, der beweisen soll, welche Klinge besser schneidet. Für die Analyse des Gegenstands ist diese Begrenzung produktiv: Sie zwingt dazu, zu berücksichtigen, wer ihn führt, in welcher Situation und mit welchen Erwartungen, statt ihm Fähigkeiten zuzuschreiben, die in der Geschichte nicht genannt werden.

Das kommerzielle Design dokumentiert nicht von selbst die Dreharbeiten

Ein Eintrag bei Propstore veranschaulicht die Unterscheidung. Los 396 aus dem März 2022 bezeichnet ausdrücklich eine limitierte Replik von Bills Katana, signiert von David Carradine. Im Katalog wird eine schwarze Scheide mit einem Emblem in Form eines Dämonengesichts beschrieben. Diese Angaben beziehen sich auf genau diese Replik; schon der Titel des Eintrags stellt sie nicht als das Exemplar dar, das vor der Kamera verwendet wurde.

Das Emblem kann daher als Teil der kommerziellen Darstellung der Waffe untersucht werden, doch dieser Eintrag reicht nicht aus, um die Verzierung sämtlicher Filmrequisiten festzustellen. Noch weniger lässt sich daraus eine geheime Inschrift, ein bei der Übergabe gesprochenes Gelübde oder ein Herstellungsdatum innerhalb der Geschichte ableiten. Das sind andere Fragen als die nach der Figur, auf die eine Replik verweist.

Auch der Vergleich mit dem Katana von Beatrix Kiddo fällt nun anders aus: Der erzählerische Weg dieses Schwertes wird eigenständig entwickelt, während Bills Katana einen großen Teil seiner Bedeutung aus dem Ruf seines Besitzers bezieht. Dieser Unterschied zwischen einem Gegenstand, dessen Erwerb wir mitverfolgen, und einem, den wir bereits in den Händen des Antagonisten vorfinden, erklärt die unterschiedliche Gewichtung, ohne die beiden austauschbar zu machen.

David Carradine gab im Beitrag von Hollywood.com Prop Talk: Who Got What From Kill Bill’s Set einen Hinweis auf die Filmrequisiten. Der Schauspieler erzählte, er habe Schwerter mitgenommen und glaube, noch Bills Schwert Nummer zwei zu besitzen; das erste sei während der Dreharbeiten verschwunden. Diese Aussage sollte als Erinnerung des Darstellers wiedergegeben werden, einschließlich seiner Vorsicht bei der Identifizierung des Exemplars. Sie ist kein vollständiges Requisiteninventar.

Diese Anekdote wirft eine andere Frage auf als die nach der Bedeutung des Katana: das materielle Weiterleben von Requisiten nach einer Produktion. In der Geschichte kann eine Figur ein einziges Schwert besitzen, während bei der Arbeit des Teams mehrere damit verbundene Gegenstände entstehen. Carradines Aussage erlaubt es, von dieser Mehrzahl zu sprechen, aber nicht, jedem Exemplar automatisch eine Szene, ein Material oder einen späteren Verbleib zuzuordnen. Um solche Zusammenhänge herzustellen, wären Unterlagen nötig, die jedes Stück mit einem konkreten Einsatz verknüpfen.