Beatrix’ Katana: Hattori Hanzo, Requisiten und Bedeutung

Beatrix Kiddos Katana ist das Schwert, das Hattori Hanzo für sie in Kill Bill: Vol. 1 anfertigt. Seine Bedeutung zeigt sich schon, bevor es in einem Kampf zum Einsatz kommt. Beatrix sucht einen bestimmten Schwertschmied auf und bringt ihn dazu, den Auftrag anzunehmen. Mit der Übergabe wird aus dieser Begegnung konkrete Unterstützung für ihre Rache.

Hanzos Name begleitet das Objekt durch beide Filme. Andere Figuren erkennen sein Ansehen an, stellen es infrage oder versuchen, das Schwert an sich zu bringen. So bewahrt das Katana eine Geschichte, die auch dann präsent bleibt, wenn es den Besitzer wechselt. Sein Wert innerhalb der Erzählung hängt davon ab, wer es hergestellt hat, für wen und zu welchem Zweck.

An diesem Requisit lässt sich auch beobachten, wie das Kino ein wiedererkennbares Objekt erschafft. Sein Aussehen muss während der Action und in Szenen, in denen es genauer betrachtet werden kann, gleich bleiben. Erhaltene Filmrequisiten liefern konkrete materielle Details, während der Film dem Schwert Eigenschaften und einen Ruf zuschreibt, die zu seiner fiktiven Welt gehören.

Das Schwert wird durch eine ausdrückliche Bitte Teil von Beatrix’ Weg. Hanzo aufzusuchen und seine Unterstützung zu erhalten, gehört zur Vorbereitung ihrer Rache. Das Objekt trägt das Ergebnis dieser Begegnung in sich, auch nachdem der Schwertschmied aus der Handlung verschwunden ist.

Ein Auftrag, der untrennbar mit seiner Empfängerin verbunden ist

Hattori Hanzo hatte die Schwertfertigung aufgegeben. Indem er den Auftrag annimmt, wird das Katana zur Ausnahme von diesem Rückzug. Die Entscheidung verleiht der Waffe eine besondere Herkunft: Bevor sie Beatrix gehört, steht sie für etwas, zu dem sich ihr Schöpfer noch einmal bereit erklärt hat. Diese Geschichte unterscheidet sie von einem Gegenstand, den die Protagonistin während eines Kampfes zufällig auflesen könnte.

Bei der Übergabe erhält die Beziehung zwischen dem Objekt und seiner Empfängerin Zeit und Raum. Die Aufmerksamkeit richtet sich darauf, das Schwert entgegenzunehmen, zu halten und zu betrachten, bevor es zum Einsatz kommt. Das Tempo der Szene macht den Wechsel der Verantwortung deutlich: Hanzos Arbeit ist getan, und nun beginnt, was Beatrix damit tun wird.

Die Worte des Schwertschmieds schreiben seinem Werk außergewöhnliche Fähigkeiten zu. Diese Einschätzung gehört zur Welt des Films und zu der Figur, die das Geschaffene präsentiert. Seine Formulierung schraubt die Erwartungen an das Schwert in die Höhe. In den folgenden Szenen muss sich zeigen, wie es sich in Situationen bewährt, in denen auch die Widerstandskraft des Gegners und die Position der Person, die es führt, eine Rolle spielen.

Die Verbindung zu Hanzo bleibt bestehen, auch wenn das Objekt Okinawa verlässt. Das Katana bringt in jede neue Begegnung eine Entscheidung ein, die zuvor an einem anderen Ort getroffen wurde. Beatrix trägt eine Hilfe bei sich, die sie persönlich erhalten hat. Ihre Gegner wiederum können darin das Werk eines Menschen erkennen, der gar nicht anwesend ist. Der Name des Schwertschmieds verbreitet sich gemeinsam mit dem Schwert.

Aussehen und Filmrequisiten

Propstore dokumentierte in seinem Auktionskatalog für Los Angeles 2022 ein blutiges Beatrix-Schwert aus der Produktion. Laut Beschreibung besteht die Klinge aus Kunstharz mit Metallic-Finish und Kunstblut; der weiße Griff ist mit schwarzer Kordel umwickelt und weist goldene Details auf, dazu kommt eine schwarze Scheide. Dies sind Merkmale des katalogisierten Exemplars, das das Unternehmen als Requisite aus Kill Bill: Vol. 1 ausweist.

Laut demselben Katalogeintrag hat das Stück keine individuelle Gravur; ein Hanzo-Emblem befindet sich auf der Scheide. Aus diesem Eintrag lässt sich nicht bestätigen, dass auf der Klinge ein Löwe eingraviert ist. Eine Beschreibung des Schwerts sollte zunächst klären, auf welche Requisite sie sich bezieht, bevor Einzelheiten auf sämtliche Filmrequisiten übertragen werden.

Dass das Objekt auf der Leinwand durchgehend wiederzuerkennen ist, lässt zu, dass unterschiedliche Requisiten verschiedene Funktionen erfüllen. Innerhalb der Geschichte erkennt das Publikum weiterhin ein einziges Schwert, auch wenn die Herstellung eines bestimmten Stücks den Anforderungen einer Einstellung entspricht. Das gemeinsame Erscheinungsbild wahrt diese Identität über den Schnitt hinweg, ohne dass alle Stücke physisch identisch sein müssen.

In der visuellen Darstellung fällt zunächst die dunkle Form der Scheide auf, die neben Beatrix’ Körper zu erkennen ist. Wird die Klinge freigelegt, entsteht ein anderes Verhältnis zwischen Oberfläche und Licht. Das Schwert zu verwahren, zu zeigen oder zu übergeben verändert, was davon zu sehen ist. So kann das Objekt im Bild unterschiedliche Positionen einnehmen, noch bevor ein Kampf beginnt.

Ansehen, Besitz und Grenzen der Rache

Das Katana garantiert nicht, dass Beatrix Kiddo die Oberhand behält. Budd besiegt sie und nimmt ihr das Schwert ab; später versucht Elle, es zu erwerben. Der Weg des Objekts trennt seine ursprüngliche Empfängerin von der Person, die zu einem bestimmten Zeitpunkt darüber verfügen kann. Hanzos Ansehen bleibt bestehen, doch wer das Schwert besitzt, hängt davon ab, was zwischen den Figuren geschieht.

So wird aus einer persönlichen Hilfe etwas, das die Gegner bewerten und über das sie verhandeln können. Elle weiß, dass das Schwert mit Beatrix verbunden ist; deshalb passt es zu ihrer Rivalität, es an sich zu bringen. Das Objekt bewahrt die Erinnerung an seinen Auftrag, tritt aber zugleich in eine andere Beziehung ein, geprägt von denjenigen, die glauben, seine Besitzerin werde es nicht mehr zurückfordern können.

Auch andere Schwerter von Hanzo müssen klar davon unterschieden werden. Das Schwert, das Budd zu Hause aufbewahrt hatte, hat innerhalb der Erzählung eine eigene Herkunft. Dass beide vom selben Schwertschmied stammen, macht sie vergleichbar, aber nicht zu ein und demselben Stück. Während des Kampfes im Wohnwagen hilft diese Unterscheidung zu verstehen, über welches Objekt die einzelnen Kämpfer verfügen.

Die Protagonistin entscheidet manche Kämpfe zudem mit anderen Mitteln als ihrem Katana. Das Holz, das sie gegen Gogo einsetzt, und die Handlung, die ihre letzte Begegnung mit Bill entscheidet, zeigen, dass sich nicht jeder ihrer Erfolge dem Schwert zuschreiben lässt. Die Waffe begleitet die Rache und bündelt einen Teil ihres visuellen Ansehens. Beatrix muss sich jedoch weiterhin Herausforderungen stellen, für die sie einen anderen Ausweg finden muss.

O-Rens Urteil über das Schwert bringt eine besondere Form der Anerkennung zum Ausdruck. Während des Duells im Garten bezweifelt sie, dass Beatrix ein Werk Hanzos besitzt. Nachdem sie den entscheidenden Schlag erhalten hat, erkennt sie seine Herkunft an. Diese Einschätzung kommt von der Gegnerin, die die Folgen gerade selbst erfahren hat.

Die Szene bestätigt den Ruf des Schwertschmieds innerhalb der Erzählung. O-Ren kennt den Wert dieses Namens und kann ihn in ihre letzte Bemerkung einfließen lassen. Für das Publikum verbindet diese Antwort die Begegnung in Okinawa mit einem Ergebnis, das sich viel später und an einem anderen Ort einstellt.

Die Szene zeigt auch, wie viel ein Satz zur Identität eines filmischen Objekts beitragen kann. Das Bild lässt das Publikum ein Schwert durch den Kampf verfolgen; durch die Nennung seines Schöpfers gibt die Figur ihm eine Geschichte und einen Urheber zurück. So vermittelt sie Informationen, die sich aus der Bewegung der Klinge allein nicht ergeben müssten. Die Anerkennung entsteht erst daraus, dass das Sichtbare mit dem bereits Bekannten zusammenkommt.