Hattori Hanzo in Kill Bill: Sonny Chibas Schwertschmied

Hattori Hanzo, gespielt von Sonny Chiba in Kill Bill: Vol. 1, betreibt ein Sushi-Restaurant auf Okinawa, nachdem er sich vom Schwertschmieden zurückgezogen hat. Beatrix sucht ihn wegen seiner früheren Tätigkeit auf. Bei ihrem Besuch treffen ein alltäglicher Betrieb, den sie schon bei ihrer Ankunft erlebt, und der Ruf aufeinander, den sich der Schwertschmied bewahrt hat, obwohl er beschlossen hat, keine Waffen mehr herzustellen.

Seine Rolle dreht sich um eine Absage, die er schließlich überdenkt. Hanzo verfügt über das Wissen, nach dem die Besucherin sucht, ist aber auch an einen Eid gebunden, der ihn daran hindert, ihrer Bitte nachzukommen. Bills Name zwingt ihn, sich mit einer Angelegenheit auseinanderzusetzen, die mit seiner Vergangenheit verbunden ist. Das neue Schwert wird das Ergebnis dieser Entscheidung sein.

Chiba gestaltet die Figur so, dass sie sich vom humorvollen Schlagabtausch im Restaurant zu einer zurückhaltenderen Präsenz bei der Übergabe wandelt. Dieser Wechsel gibt Hanzo eine eigene Funktion innerhalb der Rachegeschichte: Er muss entscheiden, ob er dazu beiträgt und wie er mit der Arbeit umgeht, die er aufzugeben versprochen hatte.

Das Restaurant und Hanzos fortbestehendes Handwerk

Hanzos erster Auftritt zeigt ihn bei der Arbeit in seinem Restaurant, wo er eine Kundin bedient. Der Dialog mit Beatrix und der Austausch mit seinem Helfer machen ihn bei einer gemeinsamen Tätigkeit erlebbar. Die Szene lässt dem Humor Raum, bevor der Besuch seinen eigentlichen Zweck offenbart. Der Schwertschmied führt ein Leben, das auch dann weitergeht, wenn niemand ein Schwert von ihm verlangt.

Die Bitte verändert die Bedeutung dieser Begegnung. Beatrix ist nach Okinawa gereist, weil sie seinen Namen und seinen Ruf als Schwertschmied kennt. Hanzo empfängt zunächst jemanden in seinem Restaurant und hört dann eine Bitte, die eine persönliche Entscheidung betrifft. Seine handwerklichen Fähigkeiten stehen ihm weiterhin zur Verfügung; er muss entscheiden, ob er sie wieder einsetzen will.

Er besitzt eine Sammlung von Schwertern, die er nicht verkauft. Damit wird der Unterschied zwischen dem Aufgeben einer Tätigkeit und dem Auslöschen der eigenen Geschichte sichtbar. Die Begegnung kreist um den Wert, den Hanzo seiner Arbeit beimisst, und um seine Entscheidung, sie von einem neuen Auftrag getrennt zu halten.

Warum Bills Name seine Antwort verändert

Hanzo hatte versprochen, keine Waffen mehr herzustellen. Beatrix bezeichnet Bill als seinen früheren Schüler und stellt ihre Bitte in den Zusammenhang dieser Beziehung. Die Erwähnung bringt den Schwertschmied dazu, sich mit jemandem auseinanderzusetzen, den er kennt. Es geht nun nicht mehr nur darum, was eine Fremde von ihm erhalten möchte.

Die Entscheidung stellt zwei schwer miteinander vereinbare Verpflichtungen gegenüber: an seinem Rückzug festzuhalten und dazu beizutragen, einen Menschen aufzuhalten, der mit seiner Vergangenheit verbunden ist. Der Film bündelt den Konflikt in Hanzos Reaktion und seiner späteren Zustimmung. Seine Verantwortung für die Herstellung eines neuen Schwertes bleibt bestehen, auch wenn er den von der Besucherin vorgeschlagenen Zweck für gerechtfertigt hält.

Beatrix zu helfen bedeutet, seine Arbeit in den Dienst der Rache zu stellen. Hanzo trägt mit einer anderen Fähigkeit zu ihrem Vorhaben bei als derjenigen, die sie später selbst einsetzen wird: Er ermöglicht ihr, die gewünschte Waffe zu bekommen. Diese Zusammenarbeit hält Hersteller und Anwenderin voneinander getrennt, verbindet ihre Entscheidungen aber durch dasselbe Ziel.

Die Übergabe von Beatrix' Katanaverändert den Ton der Begegnung. Hanzo tritt mit dem Ernst eines Mannes auf, der eine außergewöhnliche Arbeit vollendet hat und dafür einstehen muss. Beruflicher Stolz steht neben dem Bewusstsein, sein Versprechen gebrochen zu haben. Die Feierlichkeit geht sowohl von der fertigen Waffe als auch von der persönlichen Tat aus, die ihre Herstellung darstellt.

Der Kontrast zu Beatrix' Ankunft im Restaurant macht diesen Wandel deutlich, ohne Hanzo zu einer anderen Figur zu machen. Seine Ungezwungenheit im Gespräch über alltägliche Dinge und die Sorgfalt, mit der er die Waffe übergibt, gehören zu ein und derselben Person. Der Auftrag hat verändert, was für ihn auf dem Spiel steht – und damit auch, wie er seine Besucherin anspricht.

Sonny Chiba und Hattori Hanzos Fernsehvorbild

In seinem Interview mit Tomohiro Machiyama aus dem Jahr 2003 stellte sich Tarantino diesen Hanzo als Fortsetzung der Figuren vor, die Sonny Chiba in Kage no Gundan gespielt hatte. Der Film führt diese Verbindung nicht weiter aus.

Der Name bringt diese Fernsehgeschichte mit der Besetzungsentscheidung zusammen. In Kill Bill wird die Figur durch Hanzos Gegenwart getragen: sein Restaurant, sein Rückzug und die Bitte, die ihn erreicht.

Chiba lässt Hanzos Autorität aus seinen Entscheidungen und seinem Wechsel zwischen verschiedenen Ausdrucksweisen entstehen. Beatrix' Warten, die anfängliche Absage und schließlich seine Zustimmung verleihen seinen Reaktionen Gewicht.

Sonny Chiba erzählte Pascal Voglimacci 2016 in Journal du Japon, Tarantino habe ihm die Rolle bei einem Geburtstagsbesuch in Los Angeles angeboten. Kinji Fukasaku war bei diesem Treffen anwesend. Das Gespräch führte dazu, dass weitere japanische Schauspieler für den Film besetzt wurden.

Laut Chiba schlug er vor, Kenji Oba als Schüler des Schwertschmieds einzubringen. Die beiden hatten zuvor bereits beruflich zusammengearbeitet, und der Regisseur erinnerte sich an die Figur mit dem rasierten Kopf, die Oba im Fernsehen gespielt hatte. Oba erzählte im selben Interview, dass ihn die Einladung gefreut habe, er aber auch daran gezweifelt habe, der Rolle gewachsen zu sein.

Diese Aussage liefert Hintergrund zur Konstellation der beiden im Restaurant. Die Szene nutzt ihren Austausch, um eine gemeinsame Tätigkeit vorzustellen und Beatrix' Ankunft dynamisch zu gestalten. Hanzo beginnt das Gespräch innerhalb einer bereits bestehenden Beziehung, bevor die Bitte der Besucherin das Thema verändert.