Die Italien-Montage fasst eine Arbeitsphase zusammen, vor der Rick sich gefürchtet hatte und die ihm schließlich Filme, Einkommen und eine Ehe beschert. Die Titel gehören zur fiktiven Filmografie der Figur, auch wenn darin Regisseure und Darsteller vorkommen, die es tatsächlich gab.
Eine Reise, die Rick zunächst als Niederlage betrachtet
Die Aussicht, in Italien zu drehen, bietet sich Rick als Möglichkeit, weiterhin Hauptrollen zu spielen. Marvin Schwarz erklärt ihm, dass Gastrollen als Schurken im Fernsehen das heroische Image beschädigen können, das er sich mit Bounty Law aufgebaut hat. Rick hört sich die Alternative mit Vorurteilen an: Er hält den italienischen Western für minderwertig gegenüber der professionellen Welt, zu der er gehören wollte.
Cliff betrachtet die Chance aus einem anderen Blickwinkel. Für jemanden, der schon länger keine feste Arbeit als Stuntdouble hat, klingt eine Reise, bei der er in Filmen Hauptrollen spielt, nicht nach einer Strafe. Der Unterschied zeigt, dass Rick nicht nur Einkommen oder eine kontinuierliche Beschäftigung bewertet. Er vergleicht jedes Angebot mit einer Vorstellung von Ansehen, die es ihm schwer macht, zu erkennen, was ihm noch offensteht.
Die spätere Montage fasst die europäischen Monate mit Erzählpassagen, Plakaten und Ausschnitten zusammen. Durch die Kürze kann der Film diese Phase als Wendepunkt behandeln, statt sie als zweites, ausführlich erzähltes Abenteuer zu zeigen. Wir bekommen genügend Hinweise darauf, dass Rick gearbeitet und sich angepasst hat, ohne eine vollständige Handlung zu jeder Produktion zu erfahren.
Die erfundenen Titel greifen historische Namen auf
Der erste Film ist Nebraska Jim, der in der Fiktion Sergio Corbucci zugeschrieben wird. Der Regisseur hat tatsächlich gelebt, aber Rick Dalton gehörte nicht zu seiner historischen Filmografie. Der Titel spielt mit Konventionen und Bezeichnungen des europäischen Westerns. Diese Vertrautheit macht den von Rick angeführten Film jedoch nicht zu einem echten, unabhängig nachweisbaren Werk.
Der zweite Film ist Kill Me Quick, Ringo, Said the Gringo. Die Erzählung bringt ihn mit Joseph Cotten und Calvin Jackson Padget in Verbindung, einem Pseudonym von Giorgio Ferroni. Die Wirkung entsteht durch die Kombination des ausgefallenen Titels mit bekannten Namen. Die fiktiven Credits wirken plausibel, weil sie in reale Praktiken der Koproduktion, des internationalen Filmvertriebs und der Verwendung von Pseudonymen eingebettet sind.
Der dritte Film, Red Blood, Red Skin, wird als italienisch-spanische Koproduktion mit Telly Savalas unter der Regie von Joaquín Romero Marchent präsentiert. Auch hier gehören der Filmemacher und der Schauspieler zur realen Geschichte; Ricks Mitwirkung gehört zu Tarantinos Erzählung. Man sollte aus dieser Verbindung keinen historischen Filmeintrag machen und auch keine Handlungsdetails ergänzen, die in der Montage nicht ausgeführt werden.
Der vierte Film ist Operazione Dyn-O-Mite!, ein Antonio Margheriti zugeschriebenes Spionageabenteuer. Er erweitert die Reise über den Western hinaus und zeigt, dass Rick auch in einer anderen Art des europäischen Unterhaltungskinos arbeiten kann. Der Actionausschnitt erinnert daran, dass Cliff als Stuntman mitwirkt und die Karriere des Stars körperliche Arbeit erfordert, die andere leisten.
Die Plakate dienen als visuelle Belege für diese imaginären Arbeiten. Ihr Design macht aus einer verbalen Zusammenfassung eine Filmografie, die wirkt, als wäre sie kommerziell verbreitet worden, obwohl ihre Titel zu Ricks erfundener Welt gehören.
Sich anzupassen bedeutet nicht, die Zukunft zu sichern
Die Erzählung zeigt Ricks Unbehagen angesichts europäischer Methoden wie mehrsprachiger Dreharbeiten und der Nachsynchronisation. Seine Reaktion verdeutlicht, wie schwer es ihm fällt, Regeln zu akzeptieren, die sich von den ihm vertrauten unterscheiden. Sie sollte nicht als abschließendes Urteil über die gesamte italienische Filmproduktion verstanden werden. Das Publikum kann seinen Widerstand nachvollziehen und zugleich die industrielle Kreativität schätzen, die durch diese Methoden möglich wurde.
Der Verweis auf Sergio Corbucciverortet diese Phase in Tarantinos Bewunderung für das Genrekino. Rick kann zunächst verachten, was der Film durch Plakate und Ausschnitte feiert. Diese Kluft zwischen dem Geschmack der Figur und dem des Autors sorgt für Humor: Sein vermeintlicher Abstieg führt ihn in eine Tradition, die das cinephile Publikum durchaus schätzen kann.
Die Neudeutung des Spaghettiwesternhängt auch mit Ricks beruflicher Identität zusammen. In Bounty Lawwar sein Name mit einem amerikanischen Fernsehhelden verbunden. Italien bietet ihm andere Bilder und andere Märkte, auf denen er weiterhin Hauptrollen spielen kann. Die Möglichkeit, sich neu zu erfinden, hängt nicht davon ab, seine Vergangenheit auszulöschen, sondern davon, sie auf andere Weise nutzbar zu machen.
Die Reise verändert die Beziehung zu Cliffdenn beide teilen eine letzte, längere Arbeitsphase. Die Erfahrung festigt ihre Verbindung und bereitet den Moment vor, in dem sie sich nicht mehr auf dieselbe Weise finanziell über Wasser halten können. Die Montage zeigt einen begrenzten beruflichen Erfolg, der von Anfang an auch die Möglichkeit eines Abschieds einschließt.
Rick kehrt außerdem mit Francesca Capucciverheiratet zurück. Die neue Beziehung macht sichtbar, dass der Aufenthalt sein Leben außerhalb der Filmsets verändert hat. Die Rückkehr bringt vier Filme, Geld und eine Partnerin mit sich, aber keine sichere Antwort auf seine Zukunft in Los Angeles. Die Figur muss entscheiden, wie sie das Erreichte in einem sich weiter wandelnden Markt nutzen will.
Die italienische Phase korrigiert seine anfängliche Sichtweise. Was er als Scheitern bezeichnet hatte, umfasst Arbeit, Lernen und Freude, aber auch Kosten und Grenzen. Rick Daltonkehrt nicht automatisch als Weltstar zurück; er kehrt mit einem breiteren Werdegang zurück, als er sich vorzustellen gewagt hatte. Die Mischung aus fiktiven Titeln und realen Filmschaffenden lässt diese Möglichkeit konkret wirken, ohne sie mit einer historischen Biografie zu verwechseln.
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