Budd behauptet, er habe sein Hattori-Hanzo-Schwert losgeworden, doch der Film zeigt, dass er es behalten hat. Das Geschäft, das er mit Elle aushandelt, betrifft eine andere Katana: die, die er Beatrix abgenommen hat.
Das Schwert, das Budd angeblich verpfändet hat
Als Bill seinen Bruder besucht, kommt das Gespräch auf Budds Hattori-Hanzo-Schwert. Budd behauptet, er habe es verpfändet, und nennt einen Betrag, der weit unter dem Wert liegt, den Bill ihm zuschreibt. Der Austausch stellt zwei Sichtweisen auf den Gegenstand gegenüber: Für Bill ist es ein außergewöhnliches Kunstwerk; in Budds Darstellung ist es zu Geld geworden, das er bei einem gewöhnlichen Geschäft erhalten hat.
Diese Aussage sollte man nicht als letzten Stand der Geschichte betrachten. Später findet Beatrix das Schwert im Wohnwagen. Sein Vorhandensein beweist, dass Budd es nicht auf die behauptete Weise abgegeben hatte. Der Film setzt einen Gegenstand ein, um die Version zu widerlegen, die eine Figur zuvor mit Worten erzählt hat.
Der Widerspruch zwischen Behauptung und Besitz eröffnet eine Deutung der Beziehung zwischen den Brüdern. Budd kann sich von der Vergangenheit distanzieren wollen und dennoch einen Gegenstand aufbewahren, der mit genau dieser Vergangenheit verbunden ist. Mit der Lüge kann er Bills Stolz verletzen oder die Identität zurückweisen, die Bill ihm weiterhin zuschreibt. Das sind mögliche Deutungen seines Verhaltens, aber kein späteres Geständnis von Budd.
Der genannte Preis ist keine tatsächliche Bewertung. Er gehört zu einem fiktiven Gespräch und einer irreführenden Geschichte. Er taugt nicht dazu, den Wert eines historischen Schwerts, eines Requisits oder einer Replik zu berechnen. Für solche Märkte braucht man andere Informationen als die, die die Figuren liefern.
Beatrix’ Katana und das Geschäft mit Elle
Das Schwert, das Budd Elle Driver anbietet, nachdem er Beatrix außer Gefecht gesetzt hat, gehört der Protagonistin. Es ist eine zweite Hanzo-Waffe und unterscheidet sich von dem Schwert, das Budd bereits aufbewahrt. Diese Unterscheidung hilft, der Szene zu folgen, ohne sich vorzustellen, derselbe Gegenstand sei außerhalb des Bildes verkauft, zurückgeholt und erneut verkauft worden.
Budd versucht, einen Sieg über Beatrix in eine Gelegenheit zu verwandeln, Geld zu verdienen. Elle ist daran interessiert, das Schwert zu bekommen, und nimmt das Angebot an. Die Verhandlung gehört zur Auseinandersetzung zwischen Personen, die den Ruf des Schwertmachers kennen. Sie belegt weder, dass es eine etablierte Organisation für den Schmuggel von Katanas gibt, noch einen Schwarzmarkt mit Regeln, die der Film näher ausführt.
Das Geld dient als Köder in einem weiteren Angriff. Elle kommt mit einem eigenen Plan und nutzt den Tausch, um sich Budd zu nähern. Der Gegenstand, der zunächst im Mittelpunkt des Geschäfts zu stehen schien, wird schließlich Teil eines Kampfes um die Kontrolle der Situation. Hanzos Ruf macht das Geschäft glaubwürdig, aber dadurch werden die Beteiligten nicht vertrauenswürdig.
Bei der späteren Auseinandersetzung zwischen den Frauen gewinnt Budds aufbewahrtes Schwert erneut praktische Bedeutung. Die Waffe ist nun nicht mehr nur ein Beweis für seine Lüge, sondern greift in das Geschehen ein. So verbindet die Erzählung einen früheren Dialog mit einem Gegenstand, den das Publikum anhand seiner Herkunft wiedererkennen kann.
Man muss dabei zwei getrennte Wege im Blick behalten: das Katana, das Hanzo für Beatrix angefertigt hat und das Budd ihr abnahm, sowie Budds persönliches Katana, das nie aus dem Wohnwagen verschwunden war. Dass beide vom selben Schwertmacher stammen, macht sie nicht zu ein und demselben Gegenstand. Um den Überblick zu behalten, muss man wissen, wem welches Schwert vor dem Kampf gehörte.
Die Widmung und das, was Budd nicht hinter sich gelassen hatte
Auf dem persönlichen Schwert steht eine Widmung von Bill an seinen Bruder. Diese Inschrift verleiht einem Gegenstand eine emotionale Dimension, den das Gespräch über das Pfandhaus zuvor wie eine Ware behandelt hatte. Die Herkunft ist wichtig wegen der Beziehung der beiden Männer und wegen des Rufs von Hattori Hanzo.
Der Fund zwingt nicht zu dem Schluss, dass die Brüder insgeheim versöhnt waren. Ein Geschenk aufzubewahren, kann Verbundenheit, Zwiespältigkeit oder die Schwierigkeit ausdrücken, eine Lebensphase hinter sich zu lassen. Der Film legt durch eine spätere Szene mit Budd keine eindeutige Erklärung fest. Was er zeigt, ist ein Widerspruch: Seine behauptete Gleichgültigkeit passt nicht zu dem, was er aufbewahrt hat.
Dieser Widerspruch passt zu Budd als Figur. Sein gegenwärtiges Leben ist weit vom Ansehen seines früheren Berufs entfernt, doch einige Bindungen und Fähigkeiten sind geblieben. Das Schwert ist ein greifbares Zeugnis dieser Kontinuität. Man muss sich keine zusätzlichen Abenteuer ausdenken, um zu verstehen, dass der Bruch mit der Vergangenheit weniger vollständig ist, als er behauptet.
Für Bill war der angebliche Verkauf eine Zurückweisung. Für Beatrix liefert der Fund Informationen und eröffnet ihr eine Handlungsmöglichkeit. Ein und derselbe Gegenstand erfüllt je nach Betrachter und Zeitpunkt eine andere Funktion. Diese erzählerische Beweglichkeit erklärt, warum Budds Katana vom Schwert der Protagonistin unterschieden werden muss – selbst in einem Film, in dem beide mit demselben handwerklichen Prestige verbunden sind.
Die Antwort ergibt sich aus dem Gezeigten: Budd behielt sein Schwert, log über das Verpfänden und handelte mit Elle das Katana aus, das er Beatrix abgenommen hatte. Die Widmung bestätigt eine persönliche Verbindung zu Bill; sie authentifiziert weder ein echtes Schwert noch liefert sie eine vollständige Geschichte aller Schwerter, die Hanzo angefertigt hat.
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