Third Man Records und The Hateful Eight: Was Jack Whites Label gemacht hat

Jack Whites Verbindung zu The Hateful Eight besteht in einer Schallplattenveröffentlichung und einem Song – nicht darin, Morricone als Komponisten zu ersetzen.

Eine US-Ausgabe im Rahmen einer größeren Veröffentlichung

Third Man Records kündigte im Dezember 2015 seine Vinyl-Ausgabe des Soundtracks zu The Hateful Eight an. Das mit Jack White verbundene Label kümmerte sich um die US-Ausgabe, während die Gesamtveröffentlichung mit Decca verbunden war. Die Zusammenarbeit ist als verlegerische Tätigkeit zu verstehen: Ein Album zu veröffentlichen und zu präsentieren ist nicht gleichbedeutend damit, die Filmmusik zu komponieren.

In der Ankündigung beschrieb Third Man eine Standardausgabe mit zwei 180-Gramm-Schallplatten, einem umkehrbaren Klappcover mit Soft-Touch-Oberfläche, Postern und einem Bildband. Diese Elemente gehören zur Gestaltung des Produkts. Sie können die Beziehung des Hörers zum Film vertiefen, belegen aber weder einen anderen Musikmix noch eine Beteiligung Whites am Schreiben der Filmmusik.

Die Originalmusik stammt von Ennio Morricone und aus seiner Zusammenarbeit mit Tarantino. Die Ausgabe versammelt diese Arbeit auf einem Soundtrack, der auch weiteres Material enthält. Wenn man Komponist, Label und Regisseur auseinanderhält, verhindert man, dass die geschäftliche Verbindung zu einem berühmten Musiker zu einer falschen Zuschreibung der Urheberschaft führt.

Die limitierte Box und der Film als Sammlerstück

Später stellte das Label eine limitierte Ausgabe vor, die als Set aus Sieben-Zoll-Schallplatten gestaltet war. Die Ankündigung beschrieb rotes Vinyl mit schwarzen Schlieren, acht Hüllen mit Figuren, einen Metallverschluss in Form einer Schlinge und eine Reproduktion von Lincolns Brief. Diese Aufmachung unterscheidet sich von der standardmäßigen Doppel-LP. Wer pauschal von einer Deluxe-Ausgabe spricht, übersieht leicht, dass es verschiedene Formate und Konfigurationen gibt.

Die Auswahl der Materialien macht Motive aus der Handlung zu Sammlerstücken. Der Brief etwa erfüllt im Film eine dramatische Funktion und erhält eine andere, wenn er als Beilage reproduziert wird. Der Käufer kann ihn als Objekt betrachten, ohne damit ein bei den Dreharbeiten verwendetes Stück zu besitzen. Eine Reproduktion aus der Gestaltung des Albums ist nicht dasselbe wie ein Originalrequisit.

Das Sieben-Zoll-Format gliedert das Hörerlebnis außerdem in physische Abschnitte. Das Wechseln der Plattenseite und der Schallplatte bringt Unterbrechungen mit sich, die nicht unbedingt dem Ablauf des Films entsprechen. Dieses Erlebnis gehört zum Album als eigenständigem Objekt. Es sollte nicht als exakte Wiedergabe des klanglichen Kontinuums des Filmschnitts beschrieben werden.

Jack White, The White Stripes und die korrekte Zuordnung

Der Soundtrack enthält „Apple Blossom“ von The White Stripes und stellt damit eine direkte musikalische Verbindung zu White her. Dennoch macht ein zuvor veröffentlichter Song ihn nicht zum Komponisten der Originalfilmmusik. Es handelt sich um zwei unterschiedliche Verbindungen: Das Label veröffentlicht eine Ausgabe, und eine Aufnahme seiner Band ist Teil der Auswahl.

Die Verbindung passt zum Interesse dieser Projekte an der Schallplatte als physischem Tonträger. Der Film The Hateful Eight wurde stark mit dem Kinoerlebnis beworben, während die Musikveröffentlichung Cover, Papier und Vinyl hervorhob. Diese Gemeinsamkeit lässt sich untersuchen, ohne zu behaupten, dass beide Formate für sich genommen eine höhere künstlerische Qualität garantieren.

Die Ankündigungen von 2015 und 2016 dokumentieren die Merkmale jener Ausgaben, nicht deren dauerhafte Verfügbarkeit oder aktuelle Preise. Ihr Wert für die Geschichte der Zusammenarbeit liegt darin, zu zeigen, was Third Man veröffentlichte und wie das Label es präsentierte. Whites Beitrag lässt sich am besten erfassen, wenn man diese Grenzen wahrt: eine erkennbare verlegerische Mitwirkung und ein Song in einer Zusammenstellung, deren Originalkomposition von Morricone stammt.

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