Stolz der Nation: die fiktive Propagandaproduktion und Eli Roths Kurzfilm

Stolz der Nation existiert auf zwei Ebenen: als Propagandafilm innerhalb der Handlung und als Filmmaterial, das für Inglourious Basterds gedreht wurde. Die tatsächlichen Urheber und die in der Fiktion genannten sind nicht austauschbar.

Der Film, mit dem das Regime sich feiern will

Stolz der Nation, auch bekannt als Stolz der Nation oder Nation’s Pride, macht aus den Fredrick Zoller zugeschriebenen Heldentaten einen Propagandafilm. Der Soldat spielt eine Version seiner selbst, während Goebbels’ Apparat seine Figur nutzt, um ein heroisches Bild des Krieges zu vermitteln. Innerhalb der Handlung erlebt die Produktion eine Gala-Premiere und erhält die politische Bedeutung eines offiziellen Ereignisses. Es handelt sich nicht um eine von Tarantino wiederentdeckte historische Dokumentation, sondern um einen für seine Fiktion erfundenen Film.

Die Diskrepanz zwischen Zoller und seinem projizierten Bild ist wichtiger als die exakte Rekonstruktion einer Schlacht. Auf der Leinwand sind seine Schüsse als Demonstration von Effizienz und Überlegenheit inszeniert. Der Schnitt reduziert die Gegner auf Ziele, die zu Boden gehen, während dem Protagonisten die visuell dominante Position vorbehalten bleibt. Diese Darstellungsweise hilft zu verstehen, was die Propaganda bezweckt: eine Deutung der Gewalt festzuschreiben, bevor das Publikum die Erfahrungen derjenigen berücksichtigen kann, die darunter leiden.

Bei der Premiere lassen sich auch die Zuschauer dieser Propaganda beobachten. Ihre Reaktionen sind Teil der Bedeutung des Films im Film. Das Publikum nimmt die Bilder nicht als Warnung vor dem Krieg auf, sondern als Anlass zum Feiern. Tarantinos Film lässt das äußere Publikum dabei zusehen, wie das Publikum im Film Gewalt genießt, die sich gegen andere richtet. Dieser doppelte Blick verkompliziert die Befriedigung, die später aus der Umkehrung der Situation entstehen kann.

Die Figur Fredrick Zoller geht nicht vollständig in ihrer heldenhaften Darstellung auf. Sein Verhalten außerhalb der Leinwand und sein Verhältnis zu dem, was gezeigt wird, schaffen eine Distanz, die zu seiner gesonderten Analyse gehört. Um Stolz der Nation zu verstehen, genügt es, zu erkennen, dass eine Person und ihr öffentliches Bild nicht dasselbe sind. Die Propaganda wählt Handlungen aus, wiederholt und ordnet sie, um daraus eine Erzählung zu machen, die der Macht dient, welche die Vorführung finanziert.

Was Eli Roth drehte und wie es integriert wurde

Für die reale Produktion führte Eli Roth Regie bei den Aufnahmen für den Film im Film; Daniel Brühl spielte Zoller. Im Kurzfilm ist außerdem Bo Svenson als amerikanischer Colonel zu sehen. Die Ausschnitte, die im Spielfilm erscheinen, entsprechen nicht dem gesamten gedrehten Werk. Editionen, die den Kurzfilm als Bonusmaterial enthalten, ermöglichen es, ihn in einem anderen Zusammenhang anzusehen: mit eigenem Schnitt, losgelöst von den Reaktionen des Publikums und den Ereignissen, die die Vorführung in der Haupthandlung unterbrechen.

Diese Trennung verhindert eine Verwechslung der Laufzeiten. Innerhalb der Fiktion ist von einem Film die Rede, der eine ganze Vorstellung füllen und aus mehreren Filmrollen bestehen soll. Das tatsächlich dafür gedrehte Material ist wesentlich kürzer. Man sollte die Laufzeit des fiktiven Spielfilms weder anhand des Bonusmaterials berechnen noch annehmen, Tarantino habe einen vollständigen Propagandafilm in der Länge produziert, die seine Figuren ihm zuschreiben. Mit einem eigens dafür zusammengestellten Ausschnitt kann das Kino ein größeres Werk suggerieren.

Roth erklärte in Interviews, dass er am Schnitt des Materials arbeitete, während die Hauptdreharbeiten weiterliefen. Die Integration dieser Aufnahmen in Inglourious Basterds gehört jedoch zum Schnitt des Spielfilms, für den Sally Menke verantwortlich zeichnete. Das sind miteinander verbundene, aber unterschiedliche Aufgaben. Einen Schlacht-Kurzfilm in einen stimmigen Zusammenhang zu bringen, ist das eine; zu entscheiden, wann das äußere Publikum ihn sieht, wie lange er auf der Leinwand bleibt und wann zu einem Gesicht, einer Loge oder einer Handlung außerhalb des Zuschauerraums geschnitten wird, das andere.

Die Zusammenarbeit lässt sich in Eli Roths Arbeit mit Tarantino einordnen, ohne ihm deshalb sämtliche Gewerke des Films im Film zuzuschreiben. Wer bei einem Kurzfilm Regie führt, ist nicht automatisch auch Komponist, alleiniger Cutter oder für jeden Soundeffekt verantwortlich. Die Credits müssen nach Aufgabenbereichen und Fassungen gelesen werden. Der Film innerhalb der Fiktion führt zudem erfundene Namen auf, die nicht mit den realen Filmschaffenden verwechselt werden dürfen.

Musik und die Textur einer scheinbar alten Filmkopie

Für den musikalischen Auftakt des Films im Film wird bereits existierendes Material von Angelo Francesco Lavagnino verwendet, das aus Die letzten Tage von Pompeji stammt. Daraus lässt sich weder schließen, dass Lavagnino eine neue Filmmusik für Roths Kurzfilm komponierte, noch dass seine Musik für eine Nazi-Produktion geschrieben wurde. Es handelt sich um die Wiederverwendung von Material in einem Film aus dem Jahr 2009, der mithilfe von Elementen unterschiedlicher Herkunft einen historischen Eindruck erzeugt. Die Identifizierung eines bestimmten Musikstücks weist außerdem nicht automatisch sämtliche musikalischen Ausschnitte im Schnitt nach.

Für die Tonbearbeitung gibt es eine direkte Erklärung des Teams. Wylie Stateman und Harry Cohen arbeiteten an einer Mischung, die die technischen Beschränkungen eines Films aus den späten 1930er- oder frühen 1940er-Jahren nachbilden sollte. Sie erprobten die Wiedergabe über einen alten Lautsprecher und eine digitale Verarbeitungskette; gewählt wurde die digitale Variante. Das Verfahren zeigt, dass ein alt klingender Ton das Ergebnis einer bewusst zeitgenössischen Gestaltung sein kann.

Die Klangtextur hilft, die beiden Bildebenen voneinander abzugrenzen. Wenn wir den Film im Film hören, scheinen Schüsse und Stimmen aus einer Vorführkopie in einem Kinosaal zu kommen. Sobald die Handlung zum Publikum zurückkehrt, ist wieder der Raum der Premiere zu hören. Dieser Unterschied ermöglicht den Wechsel zwischen Darstellung und Ereignis, ohne sich allein auf Schwarz-Weiß-Bilder zu stützen. Das Gehör hilft dabei, den Ort zu erkennen, von dem jeder Ton kommt, und die Entfernung einzuschätzen, die ihn vom Zuschauer trennt.

Die Funktion dieser Arbeit wird in der Vorführung von Stolz der Nation deutlich: Der Film im Film muss zunächst als Unterhaltung erkennbar sein, bevor ihn eine andere Botschaft unterbricht. Seine Konventionen wecken die Erwartung von Autorität und Kontrolle. Der spätere Einbruch verändert genau dieses Verhältnis zwischen Bild, Publikum und demjenigen, dem der Vorführraum gehört. Der Bruch wirkt nur deshalb, weil die Propaganda zuvor eine hinreichend konkrete audiovisuelle Form angenommen hat.

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